Florian Meurer

Korkenziehertrasse wird fit fürs Frühjahr gemacht

Neuer Belag, mehr Beleuchtung und ein mögliches Tunnelprojekt sollen den Radwanderweg aufwerten

Solingen. (FM). Zum Fahrradfahren durch die Stadt oder für einen Sonntagspaziergang nutzen viele Solinger die Korkenziehertrasse. Aktuell wird nicht nur ihr Belag erneuert, sondern es ist auch ein umfangreiches Umbauprojekt für die Strecke im Gespräch.

Häufige Nutzer des zentralen Radwanderweges haben es schon bemerkt: Bauarbeiten unterbrechen aktuell die etwa 14 Kilometer lange Route an vielen Stellen.

Seit dem 23. März und noch bis zum 13. April werden an der Trasse Arbeiten zwischen dem ehemaligen Nordbahnhof nahe der Innenstadt und dem früheren Standort des Gräfrather Bahnhofs umgesetzt. Ziel der Baumaßnahmen ist die Erneuerung des ursprünglich aufgebrachten Terraway-Belages, der nun in weiteren Streckenabschnitten einer Asphaltdecke weichen soll. Im Bereich zwischen Gräfrather Bahnhof und der Fuhrstraße sollen einzelne Abschnitte zusätzlich eine neue Beleuchtung bekommen.

Kritik des ADFC
aufgrund der Sperrung


Vergangene Woche starteten Asphaltarbeiten im Trassenabschnitt zwischen Carl-Russ-Straße und Schlagbaum, die nun weit fortgeschritten sind. Eine Freigabe der Strecke soll zu Ostern anstehen.
Dennoch fanden sich viele Radfahrer und Fußgänger nun unvorbereitet vor versperrten Abschnitten des Radwanderweges wieder. Die Sperrung des vielgenutzten Weges rief daher Kritik auf den Plan. »Wir halten das Vorgehen der Stadt für eine Unverschämtheit und haben uns massiv geärgert. Gegen Sperrungen der Trasse sind wir grundsätzlich aber wenn sie nötig sind, dann braucht es Umleitungen, die früh genug angekündigt sind«, so Klaus Lang von ADFC Solingen-Wuppertal. Gut 250.000 bis 300.000 Nutzer hat die Korkenziehertrasse laut Schätzung von Lang in jedes Jahr. »Die Arbeiten sind schon länger eingeplant gewesen und müssen zwingend bei trockenem Wetter umgesetzt werden. Wir machen diese Arbeiten ja für die Menschen, die die Trasse nutzen wollen und werben daher um Verständnis«, begründete Stadtsprecher Frank Jahncke die Sperrung.

Tunnelbau unter der
Wuppertaler Straße


Mehr Grund zur Freude hat die Stadtverwaltung angesichts einer aktuellen Initiative zur Korkenziehertrasse, die aus der Solinger Bevölkerung kommt. Wie zuletzt bekannt wurde, will ein anonymer Solinger Spender 100.000 Euro für den Bau einer Trassenunterführung nahe des ehemaligen Gräfrather Bahnhofs bereitstellen. Untertunnelt werden könnte somit der Parkplatz des Solinger Kunstmuseums und die vielbefahrene Wuppertaler Straße. Die Gesamtkosten für ein solches Projekt würden bei etwa 500.000 Euro liegen.

»Technisch ist das durchaus machbar. Die hohen Kosten ergeben sich unter anderem durch die Verlegung von Versorgungsleitungen, die unter der Wuppertaler Straße liegen. Die Initiative könnte der Beginn eines größeren Projektes sein«, so Stadtsprecherin Sabine Rische. Bei der Finanzierung des Vorhabens zu helfen, ist für die Stadt wegen der angespannten Haushaltslage jedoch nicht möglich. »Wir sind eine Kommune im Nothaushalt«, so Rische.

 

ANDERE TRASSEN ENTDECKEN

Von der Korkenziehertrasse aus kann man noch andere alte Bahntrassen befahren. Zwischen dem ehemaligen Solinger Nordbahnhof und dem früheren Solinger Hauptbahnhof findet sich der Übergang zur Bergbahntrasse, mit der Müngsten erreichen kann. Im Norden des Stadtgebietes schließt sich die Wuppertaler Nordbahntrasse an. Weitere Infos zu Radwanderstrecken der Region gibt es unter anderem auf www.adfc-wuppertal.de.

 

 

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