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Hygiene von Solinger Schul-WCs in der Kritik

Eltern- und Lehrervertreter weisen problematische Zustände vieler Schultoiletten in der Klingenstadt hin

Solingen. Solingen. Vielen Solinger Schülern dürfte schon seit länger Zeit ein unangenehmer Geruch in der Nase liegen. Eltern- und Lehrervertreter kritisieren die hygienischen Zustände. Problematisch ist vielerorts der Zustand der Schultoiletten.

Von Florian Meurer

Mit unwürdigen Bedingungen fürs gute lernen müssen zurzeit offenbar viele Solinger Schüler kämpfen. Teils zu geringe Reinigungsintervalle bei den Toiletten sowie einen deutlichen Sanierungsstau mahnt Jens Merten vom Solinger Stadtverband Bildung und Erziehung (VBE) in einem offenen Brief an die Solinger Ratsfraktionen an. Kritisiert wird darin neben dem Fehlen einer Grundhygiene der Sanitäranlagen auch die mangelnde Sauberkeit von Klassenräumen, die vor allem wegen Zeitdruck beim Reinigungspersonal ein Problem ist. In Teilen gilt die Kritik des Verbandes auch den Toiletten für das Lehrerpersonal. Dass Lehrer und Eltern beim Sauberhalten der Klassen mithelfen, ist in Solinger Schulen bereits häufiger nötig. Elternvertreter können die problematischen hygienischen Zustände auf Anfrage der WochenPost bestätigen. »Die Vorwürfe des offenen Briefes treffen absolut zu. Die Probleme dauern teilweise schon lange an«, bestätigt Wolfgang Sinkwitz von der Solinger Stadtschulpflegschaft. »Einige Eltern bestätigen, dass ihre Kinder in der Schule nicht mehr auf Toilette gehen wollen. Bei uns ist das Bild gemischt. Generell kommt bei diesem Thema aber keine Freude auf«, so Dr. Astrid Rieke von der Schulpflegeschaft des Humboldt-Gymnasiums.

 

Sanierungsstau mehrerer Jahrzehnte

 

Generell ergibt sich auch in Bezug auf die gesamte Stadt ein gemischtes Bild. Einzelne Schulen, wie etwa die Grundschule Katternberg, verfügen über relativ moderne Toiletten, während andere bei der Sanierung hinterherhinken. »Dort wo das Problem besteht, haben wir einen Sanierungsstau von etwa 20 bis 30 Jahren«, so Verbandsvertreter Merten. Konsequenzen sind oftmals auch dauerhafte Geruchsbelästigungen in Schulen.

Im Umgang mit dem Problem sind die Schulen kreativ. Meist werden Kinder und Jugendliche verstärkt in die Aufgabe einbezogen, auf die Reinhaltung der Toilettenanlagen zu achten. Bereits vor einigen Jahren hatte es an Solinger Schulen auch vereinzelte Fälle gegeben, in denen Schüler mit einer symbolischen Spende für die Sauberhaltung ihrer Toilette geleistet haben. Dieses Modell hat sich letztlich nicht durchgesetzt. Nachbesserungen sind in der aktuellen Situation auch Sicht von Verbandssprecher Jens Merten auch bei den Schülern möglich, vor allem was Maßnahmen gegen Vandalismus und für mehr Kenntnisse in Sachen Hygiene angeht. Seit Veröffentlichung des offenen Briefs beobachtet Jens Merten aber auch eine zunehmende Gesprächsbereitschaft bei der Stadt. »Frau Svensson vom Schulamt hat vorbildlich reagiert und macht eine gute Arbeit«, so Merten.

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