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Einsatz gegen Verschwendung nun am Werwolf

Sie retten Lebensmittel vor der Mülltonne: Solinger Foodsaver beziehen neue, eigene Räumlichkeiten

Solingen. Noch essbare Lebensmittel vor dem Abfall zu retten und neu zu verteilen, ist das Konzept des Vereins Foodsaving Solingen. Nach einer Kooperation mit der Solinger Flüchtlingshilfe sind die Lebensmittelretter seit Samstag offiziell in ihren eigenen Räumlichkeiten zu finden.

Von Florian Meurer

Brot, Gemüse, Obst, Kühlwaren und vieles mehr werden in Solingen von ehrenamtlichen Foodsavern schon seit einigen Jahren vor der Mülltonne gerettet. Fast jeden Tag gibt es Verteilaktionen, bei denen die Produkte gegen eine kleine Spende abgegeben werden. Am Samstag kamen viele Foodsaving-Interessierte erstmals zu einem neuen Ort, von dem aus der Ende Juli neu gegründete Verein jetzt operiert.

Viele nahmen die Gelegenheit wahr, gegen eine Spende von einem Euro eine Tüte voller Lebensmittel zu erwerben. Nach der Kooperation mit den Maltesern und der örtlichen Flüchtlingshilfe nutzen die Lebensmittelretter jetzt ihre eigenen Räume am Werwolf 59. Das ehemalige Ladenlokal des Stofffach­handels Lange bietet der Gruppe etwa 180 Quadratmeter. Finanziert wurde der Umzug durch Spenden und Vereinsbeiträge. Neben einer kleinen Küche im kann das Team des Vereins jetzt auch auf einen eigenen Raum zum Vorsortieren zurückgreifen. Zur Neueröffnung am Samstag gab es eine kleine Feier, bei der viele Mitstreiter und Freunde sowie Vertreter der Solinger Politik zusammenkamen.

Viele Partner: Von der
Bäckerei bis zum Discounter


»Für uns war klar, dass wir die Räume der Flüchtlingshilfe nur zeitlich begrenzt nutzen würden«, so Enzo Notizia, Sprecher des Vereins. Im neuen Domizil hat der Verein von der Wandfarbe bis zu den Regalen fast alles selbst gestaltet. Eine kleine Kaffeebar kommt neu hinzu. Außerdem gibt es mehr Platz, um auch Dekoartikel, Spielzeug, Textilien und andere Produkte anzubieten.

Verteilt wird regelmäßig von Montag bis Samstag. Pro Verteilaktion kommen rund 30 bis 50 Menschen. Ausgegeben werden Lebensmittel an jeden, ohne Nachweis der Bedürftigkeit. »Wir haben ein gemischtes Publikum«, berichtet Notizia. Man wisse, dass der größte Teil sozial bedürftig sei. »Allerdings kommen auch viele, die einfach etwas gegen die Lebensmittelverschwendung tun wollen.«

Damit die Verteilungen  funktionieren, muss das Team oft fast den ganzen Tag arbeiten. Von der Abholung der Lebensmittel bei den inzwischen 22 Partnern bis hin zur Ausgabe an den Endverbraucher ist Teamarbeit gefragt. Von der lokalen Bäckerei bis zum deutschlandweit operierenden Discounter kooperieren ganz unterschiedliche Geschäfte mit den Foodsavern, die fast täglich damit beschäftigt sind, Lebensmittel im ganzen Stadtgebiet abzuholen und für die Verteilung vorzubereiten. »Wir suchen natürlich auch weiterhin Unterstützer«, sagt Enzo Notizia. »Auch wer nur einmal im Monat Zeit hat, kann uns durch seine Mitarbeit schon weiterbringen.«

 

DIE FOODSAVER TREFFEN

Leckere Snacks sowie Infos zur Vereinsarbeit gibt es an einem Stand der Foodsaver, der am kommenden Wochenende beim Ohligser Weihnachtsdürpel zu finden ist. Regelmäßige Neuigkeiten zu den Verteilaktionen erhalten Interessierte bei Facebook: www.fb.com/foodsavingsolingen.

 

 

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