»Die Kunst ist ein guter Spiegel der Gesellschaft«

Solingen. Wir sprachen mit Dr. Rolf Jessewitsch, Direktor des Zentrums für verfolgte Künste – Für 2018 ist unter anderem eine Cartoon-Ausstellung in Planung.

(jl) Ein neues Jahr bedeutet  für Veranstaltungszentren immer eine neue Chance, ihre Besucher zu begeistern. Dr. Rolf Jessewitsch hat das Zentrum für verfolgte Künste 1996 gegründet und ist seitdem Geschäftsführer und Direktor des Museums.

Was unterscheidet Ihr Museum von anderen?
Wir stellen Bilder aus, die sehen Sie sonst nie. Sie sind meist nur im Privatbesitz. Beispielsweise in der aktuellen Ausstellung zeigen wir die sogenannte entartete Kunst. Sie ist zwar heute nicht mehr verboten, doch dabei gibt es ein anderes Problem: Die Künstler sind nur einem kleinen Kreis bekannt und geraten schnell in den Hintergrund. Das ist sehr schade, da gerade ihre Werke unsere Geschichte so eindrucksvoll widerspiegeln. Wir wirken mit unserer Ausstellung dem Vergessen entgegen.

Was lieben Sie an der Arbeit als Museumsdirektor?
Ich liebe meine Arbeit, weil die Kunst ein guter Spiegel der Gesellschaft ist. Man kann in den Werken die Befindlichkeiten der Menschen nachempfinden.
Außerdem finden so viele unbekannte Künstler, deren Werke großartig sind, einen Weg in das Bewusstsein der Menschen.

Was macht für Sie ein modernes Museum aus?

Wir bieten zum Beispiel einen modernen Audioguide, der die Besucher durch die Ausstelllung führt. Zudem arbeiten wir mit vielen Schulen zusammen, bieten Praktika an oder auch die Möglichkeit, eine Doktorarbeit zu schreiben.

Was planen sie für das Jahr 2018?
Wir haben im nächsten Jahr wieder viel vor. Ein besonderes Highlight ist die Ausstellung »Cartooning for Peace«, die im Sommer beginnt. Dabei stellen die derzeit weltbesten Cartoonisten ihre Werke aus.
Einige Künstler werden im Rahmen der Ausstellung auch im Museum vorbeischauen und live, vor den Augen der Besucher, Cartoons zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zeichnen.

Noch bis zum 4. Februar ist im Zentrum für verfolgte Künste unter anderem die Ausstellung »Wider den schönen Schein der Welt – Der Expressionist Werner Scholz« zu sehen. Weitere Informationen zu anderen Ausstellungen, Führungen und Öffnungszeiten finden Interessierte im Internet unter: http://www.verfolgte-kuenste.de/

 

 

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