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Im Schnitt erhalten die Anleger 0,14 % Zinsen auf das Tagesgeld. Lohnt sich das Sparen in diesem Bereich noch?

Kürzlich schlug die Nachricht der Halbierung des Tagesgeldzinssatzes der ING-DiBa ein wie eine negative Bombe. Scheinbar war dies ein deutliches Signal, so dass sich diese Entwicklung wohl wie ein indirekter Leitzins auf andere Angebote überträgt. Ausgehend vom Januar 2016 ist der Zinssatz auf 0,14 % gesunken.

Geht der Blick weitere 6 Jahre zurück, trifft der Verbraucher noch auf 1,8 % Zinsen. Dem Sparverhalten vieler Anleger und Verbraucher tat dies keinen Abklang, so dass immer noch der überwiegende Teil sein Geld auf Tagesgeldkonten und Girokonten anlegt. In der Regel ist die Kontoführung der Tagesgeldkonten kostenlos, so dass viele Anbieter selbst auf Buchungsgebühren verzichten. Wer es bequemer mag, entscheidet sich für das Onlinebanking, um seine Spareinlagen günstig und sicher auf diesem Konto zu parken.

Warum sinken die Zinsen beim Tagesgeld?

Max Herbst von der SMH Finanzberatung hat darauf eine deutliche Antwort: Es ist einfach zu viel Geld da. So hat sich gerade der Anteil der fälligen Einlagen auf 1.866 Milliarden € nach oben geschraubt. Würde eine Bank nun diese Geldwerte bei der Bundesbank parken, kostet dies 0,4 % Strafzinsen. So sind vielen Banken einfach die Hände gebunden, da sie mit dem Vermögen eigentlich nicht profitabler arbeiten können.

Wo gibt es die besten Tagesgeldzinsen?

Bei der Sparkasse sucht ein Verbraucher Tagesgeldzinsen vergeblich. Diese belaufen sich auf mickrige 0,01 %. Einzig und allein die Direktbanken zeigen sich etwas rentabler und großzügiger, da ihre Zinsen zumeist weit über dem aktuellen Durchschnitt liegen. In Anlehnung an die deutsche Einlagenversicherung ist das eigene Guthaben auch bei einer Direktbank geschützt.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein Vermögen im Tagesgeld anzulegen, sollte sich vor allen Dingen an neutralen Vergleichsplattformen orientieren. Hier ist es möglich, einen unverbindlichen Vergleich über den Anlagebetrag und die Laufzeit vorzunehmen. Daraufhin folgt eine Auflistung nach einem übersichtlichen Ranking und den maßgeblichen Attributen, wie dem Effektivzins, der Rendite und weiteren Extras, einer festen Laufzeit und der Anlagensicherung. Neukundenrabatte und variable Zinssätze führen immer wieder zu Veränderungen, die je nach Anlagen und Höhe des Volumens schwanken.

Einlagen-Versicherung: Angesichts der Finanzkrise ist diese Sicherheit nicht von der Hand zu weisen. Bei einer drohenden Zahlungsunfähigkeit sind die Einlagen der Verbraucher in diesem Fall bis zu einer gewissen Grenze abgesichert. Hier macht es einen Unterschied, ob es sich um Landesbanken, Sparkassen, öffentliche Banken und private Banken handelt.

Warum nutzen so viele Verbraucher Tagesgeld?

Ungeachtet der aktuellen Verläufe ist das Tagesgeld eine der beliebtesten Anlagen in Deutschland. Viele Verbraucher wissen die Flexibilität und die Freiheit des Sparens zu schätzen. Darüber hinaus können Sparer ganz einfach umlenken, wenn sich etwas am Markt verändert.

Nicht uninteressant ist der Neukundenbonus in Verbindung mit dem Tagesgeld. Hier gibt es tatsächlich Anbieter, die noch über einem Prozent im Zinsbereich liegen. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch ein wirklicher Neukunden-Status, ohne dabei in den letzten sechs Monaten ein Konto oder ein Depot beim jeweiligen Anbieter gehabt zu haben. Darüber hinaus sind diese lukrativen Zinssätze nur für die folgenden sechs Monate zugesichert. Anbieter wie die Consorsbank erhoffen sich durch diese rentablen Aktionen viele Neukunden. Dennoch gelten hier Einschränkungen, nämlich Anleihen bis zu 50.000 €. Steigen die Spareinlagen über diesen Betrag, halbieren sich auch die Zinsen.

Laut der Wirtschafts Woche bilden die Niedrigzinsen keinen entscheidenden Grund, das Bankkonto leer zu räumen. So gelten das Bankkonto, das Tagesgeld und das Festgeld als eine der sichersten Möglichkeiten, um für später anzusparen und vorzusorgen. Außerdem ist es jedem Verbraucher ohne weiteres möglich, das Guthaben in besseren Anlagen umzuparken.

Schließlich bleiben die Anleger beim Tagesgeldkonto ebenso flexibel wie bei ihrem Girokonto. Eben genau das unkomplizierte Handling, der Verzicht auf Gebühren und zusätzliche Kosten bildet eine der ausschlaggebenden Punkte für Verbraucher, bei diesem Spartyp zu bleiben.

Rentable Vorteile der Tagesgeld- und Festgeldkonten

Wer auf die Flexibilität des Tagesgeldkontos verzichten kann, entscheidet sich für das Festgeld. Damit gehen zum Teil höhere Zinsen einher. Bis auf wenige Ausreißer sollte jedoch die Anlagedauer ein Jahr weit überschreiten. Experten raten, auch in der Zinstieftauphase eine Sicherheit von ein bis zwei Monatseinkommen anzusparen.

Dabei ist es lohnenswert, selbst unverzinst Geld wegzulegen, um später darauf zurückzugreifen. Je nach Anlage und Perspektive empfehlen sich Aktien-Investments und Fonds mit einem besonders breiten Marktindex, da diese noch lukrative und stabile Zinsen versprechen. Verbraucher sind dann in der Lage, eine finanzielle Durststrecke auszusitzen und nicht zu übereilten Panikverkäufen zu neigen.

Potenziale & Zukunftsaussichten beim Tagesgeld

Auch wenn es niemandem möglich ist, in eine finanzielle Glaskugel zu blicken, um vielversprechende Investitionen zu treffen, haben die Banken eine klare Botschaft: Sie wollen den Verbraucher als Kunden. Für die aktuelle Kundschaft bleibt ein ganzes Portfolio unterschiedlicher Finanzprodukte.

Jedoch ist wohl kaum noch eine Bank oder Institut versessen darauf, größere Summen anzunehmen und zu verzinsen, um diese einfach nur zu lagern, ohne damit zu arbeiten. Ein Anlagenhorizont über zwei Jahre bleibt überschaubar. Nur macht sich ein so genanntes Zinshopping nicht immer bezahlt.

Derzeit sieht die Situation wie folgt aus: Die europäische Zentralbank bleibt auf ihrer Position. Bis zum heutigen Tage ist noch nicht ersichtlich, wann eine Wende zu einem höheren Zinssatz zu erwarten ist. Verbrauchern bleibt also nichts weiter übrig, als die verschiedenen Finanzangebote miteinander zu vergleichen und ihr Geld möglichst breit gefächert anzulegen.