Der Werkstoff Bronze im Portrait

Eine Bronze-Medaille zu gewinnen, heißt: Dieser Sportler hat den dritten Platz im Wettbewerb gemacht. Die Unterbacher Cheerleader freuten sich über Bronze. Und Johannes Lammers hat sich nach der Bronzemedaille sogar bis zur Goldmedaille geschossen. Heute soll Bronze einmal ganz anders vorgestellt werden. Nicht kreisrund und als Auszeichnung um den Hals des Drittplatzierten gehängt – sondern als Deko-Element.

Abbildung 1: Diese Bronzefigur ist mit dem Titel beschrieben "die Lauschenden". Durch die Witterungsbeständigkeit des Materials sind die Figuren gut geeignet für den Außeneinsatz. Aus altem Material wird so moderne Street Art

Bronze aus wissenschaftlicher Sicht

Die Bezeichnung „Bronze“ ist vergleichsweise unspezifisch, heißt es beim Deutschen Kupferinstitut. Unter kupferinstitut.de gibt es dort eine vor allem historisch begründete Annäherung an das Thema, die so lautet: „Im technischen Sinne präzise ist die Verwendung des Begriffs Bronze ausschließlich für Kupfer-Zinn-Legierungen (CuSn). Kupfer-Zinn-Legierungen waren es auch, die dem Bronzezeitalter seinen Namen gaben.“ Diese ursprünglichste Bronzeform gibt es als Gusslegierung, als Knetgusslegierung und als Mehrstofflegierung. Darüber hinaus wird auch Aluminium-Bronze (CuAl), Beryllium-Bronze (CuBe) und Maschinen-Bronze (CuSnZn) umgangssprachlich als Bronze bezeichnet.

Bronze in ihrer historischen Bandbreite

Historisch gesehen gibt es Bronze in ganz unterschiedlichen Epochen – und damit auch Darstellungsformen. Unter bronze-shop.com gibt es ein Epochen- und Stil-Kapitel, das die folgenden Strömungen mit entsprechende Figuren und Skulpturen darstellt:

  • Art Deco. Im Designlexikon findet sich diese Erläuterung: „Die Art déco bewegt sich zwischen den floralen, rankenden Formen des Jugendstils und den strengen, geometrischen Elementen des Internationalen Funktionalismus, wie sie beispielsweise am Bauhaus oder innerhalb des De Stijl entwickelt wurden. Kennzeichnend ist sowohl ein ausgeprägter ornamentaler Sinn, der sich in üppiger, reicher Dekoration ausdrückt, als auch eine Vorliebe für kostbare, luxuriöse Materialien, wie z.B. Bronze, Ebenholz, Elfenbein, Glas, Kristall, Leder oder Silber.“ (Quelle: designlexikon.net). Ganzkörper-Skulpturen, oft platziert auf einem Podest, stehen bei dieser Stilrichtung im Vordergrund. Auch sportlich aktive Figuren sind in dieser Stilrichtung üblich.
Abbildung 2: Viele Bronzefiguren, wie beispielsweise auch diese Badenixe, haben einen erotischen Touch.
  • Erotik. Um die Stilrichtung der erotischen Bronzefiguren zu beschreiben, braucht es vor allem Sex-Appeal – und zwar in Bronze gegossen. Nackte Körper, die sitzen, sich sportlich betätigen oder sich gemeinsam dem Akt der Liebe hingeben, sind die gängigsten Motive der erotischen Darstellungsformen.
  • Griechische Antike. Justitia Skulpturen, der Grieche Ganymed mit Adler, der Tulpenkönig Amor, Fortuna sowie Medusa und zahlreiche Fabelwesen sind charakteristisch für diese stilistische Richtung. Dabei zeigen sich auch diese Figuren oft in sportlichen ebenso wie in erotischen Posen.
  • Jugendstil. Ornamente, Blumen, Tiere und geschwungene Elemente sind die Handschrift der Jugendstil-Epoche. Aufgebracht werden diese Ornamente nicht selten auf Büsten berühmter Persönlichkeiten wie beispielswese Beethoven oder Mozart. Doch auch der kleine Lausbub oder ein Junge, der verspielt auf einer Schnecke reitet, sind typische Bronzefiguren, die in der Rubrik Jugendstil vertreten sind.
  • Militaria. Die Rubrik Militaria ist die Kategorie der großen Köpfe. Büsten von Karl Marx, Kaiser Wilhelm I. und II., Friedrich II. der Große sind hier ebenso vertreten wie Napoleon oder der Reichsadler. Dabei handelt es weniger um eine historisch festgelegte Kategorie, die einer geschichtlichen Epoche zuzuschreiben ist. Vielmehr ist die Rubrik Militaria eine Kategorie, die thematisch gliedert.
  • Moderne. Moderner bedeutet bei Bronzefiguren häufig auch tierischer. Das heißt, dass es in dieser Rubrik abstrakte Figuren gibt, die häufig tierisch geprägt sind – abstrakte Vogelskulpturen oder Modern-Art-Stiere. Auffällig für die Moderne ist, dass Bronze zunehmend häufiger in Kombination mit einem anderen Werkstoff eingesetzt wird. Die Kombination mit Marmor ist hier gängig. Häufig bildet der Marmor das optische Podest für die Bronzefigur.
    Die hier vorgenommene Kategorisierung ist eine Herangehensweise, um die große Bandbreite bronzener Figuren und Skulpturen zu fassen. Weitere Kategorien, die aus Bronze verfügbar sind, sind etwa Gartenskulpturen und Pokale.

Abbildung 3: Ein dekoratives Element wie diese Muschel eignet sich als Highlight der Gartengestaltung.

Bronze statt Stein oder Terrakotta

Bronze ist – im Gegensatz zu Dekoration aus Stein und Terrakotta – ein zeitloser Klassiker, der jedem Garten einen Hauch von historischem, aber auch edlem Ambiente verleiht. Im privaten Garten sind Figuren aus Bronze bestens platziert. Das hängt mit der Witterungsbeständigkeit des Materials zusammen.

Dass Bronze vor allem im Außenbereich besonders gut verwendet werden kann, zeigt sich bereits beim Blick gen Himmel. Viele Kirchenportale aus dem Mittelalter wurden aus Bronze gefertigt oder mit dem Bronze-Metall veredelt – und konnten so bis heute erhalten werden. Bronze ist der Werkstoff, um Parkanlagen mit speziellen Highlights zu versehen. Häufig erfolgt dies, indem Berühmtheiten aus Bronze gefertigt werden – um als Büste oder Statue einen Platz im Park zu finden. Auch Mahnmale, die an ein historisches Ereignis erinnern sollen, und Denkmäler sind häufig aus Bronze gefertigt. In privaten Gartenanlagen setzen Bronze-Fans häufig auf Skulpturen mit farbigen Highlights. So zeigen die Skulpturen eine ganz andere optische Facette. Im Bauwesen hingegen hat der Werkstoff Bronze mächtig eingebüßt. Vereinzelt werden noch Rohrleitungen aus Bronze hergestellt.

Abbildung 1: pixabay.com © Couleur (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © markus53 (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © ambquinn (CC0 Public Domain)