David Posor

Knapp 1.200 Geschenke zum Abschied

Ehrenamtler-Team machte zum letzten Mal Schuhkartons bereit für die Bescherung

Baumberg. /Region. Nach 18 Jahren hat das liebevolle Kon­trollieren, Aufbessern und Abfertigen ein Ende: Petra Lemper-Balint und ihre Mannschaft werden bei der alljährlichen Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« künftig nicht mehr in gewohnter Form gebraucht.

Dieses Jahr war das Gefühl anders als sonst. Bei aller Freude an der Arbeit schwebte viel Wehmut mit, als das Sammelstellen-Team um Petra Lemper-Balint im Baumberger Einkaufszentrum am Holzweg seine Aufgaben erledigte. Fast zwei Jahrzehnte lang nahmen die Ehrenamtler die zu Geschenkboxen umfunktionierten Schuhkartons aus den Annahmeorten in Monheim und den umliegenden Städten entgegen, um sie versandfertig zu machen. Mit der Abfertigung der diesjährigen Paketfuhre endet die Ära. Denn aufgrund einer Umstrukturierung der Organisation von »Weihnachten im Schuhkarton« wird es ab 2018 nur noch Annahmepunkte geben, die die abgegebenen Boxen direkt in die Stadt der Zentrale, nach Berlin senden.

Laut Petra Lemper-Balint trennt sich die Baumberger Gruppe schweren Herzens von der Tätigkeit, die es stets mit viel Liebe ausgeübt hat. So wurden Kartons mit mangelhaften Inhalten zum Beispiel durch das Hinzufügen von selbstgestrickten Schals und Mützen aufgewertet. Die Ehrenamtler sorgten auf diese Weise dafür, dass die Geschenksendungen bei ihren Adressaten – Kinder in ärmeren Teilen der Welt – mit Sicherheit ein Glücksgefühl hervorrufen.

Abschied
»mit lachendem und
weinenden Auge«


In diesem Jahr haben die Menschen aus dem Einzugsgebiet, zum dem Monheim, Langenfeld, Hilden, Haan, Erkrath und Düsseldorf-Hellerhof gehören, exakt 1.199 Schuhkartons gepackt. Sie alle landeten bei den Baumberger Ehrenamtlern, bevor sie vor einigen Tagen auf die Reise in Länder wie Bulgarien, Serbien oder die Mongolei geschickt wurden. »Jeder Karton war wieder einzigartig kreativ gestaltet«, berichtet Petra Lemper-Balint. »Das hat mich an dieser Aktion immer so fasziniert.«

Insgesamt habe das Team in 18 Jahren ganze 18.957 Kartons bearbeitet, sagt die Leiterin, die sich nach eigenen Angaben »mit einem lachenden, aber auch ganz sicher mit einem weinenden Auge« von der Aufgabe verabschiedet. »Alles hat eben seine Zeit«, so Petra­ Lemper-Balint. »Und viel­leicht ergibt sich ja eine neue Möglichkeit für ehrenamtliche Tätigkeiten.«

 

WEIHNACHTEN IM SCHUHKARTON

Veranstalter der Aktion ist »Geschenke der Hoffnung e. V.« mit Sitz in Berlin. Weitere Informationen zum Verein und seinen Projekten gibt es im Internet auf geschenke-der-hoffnung.org.

 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.