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Kleine Monheimer Waldmäuse in Not

Der Waldkindergarten sucht dringend Nachwuchs für seinen Mini-Club.

Monheim am Rhein. (IT). Mini-Club in Not. Die Monheimer Waldkindergarten-Gruppe für Kids unter drei Jahren ist zurzeit unterbelegt und steht kurz vor der Schließung.

Morgens im Knipprather Wald. Auf einer kleinen Lichtung tollen rund 20 Kinder umher. Sie tragen wetterfeste Kleidung und bewegen sich absolut sicher auf dem unebenen Gelände. Manche suchen nach Tieren des Waldes, andere sitzen konzentriert über einer Handarbeit. Ein Junge hat aus mehreren Ästen eine Rennstrecke gebaut und sucht nun nach geeigneten Materialien, um ein paar schnelle Flitzer herzustellen. 

Ein Paradies für die Phantasie

Der Monheimer Waldkindergarten ist ein echtes Paradies für die Phantasie. » Unsere Natur bietet jedem Menschen, aber im Besonderen allen Kindern, ganz einfach, ursprünglich und unmittelbar eine Umgebung die zum ganzheitlichen Lernen anregt. Das Erleben in der Natur ist unzertrennlich mit allerlei Gefühlen verbunden und prägt und lehrt dadurch intensiver und nachhaltiger. Wir brauchen unseren Kindern keine künstliche Umgebung nachzubilden um ihnen die Möglichkeiten für Erfahrungen zu bieten«, sagt Waldkindergarten-Leiterin Sabine Schwandt. Und ihre Kollegin Viola Joest ergänzt: »Es ist im Grunde ganz einfach. Die Wahrnehmung, wenn man über einen Baumstamm balanciert, ist eine völlig andere als wenn man über eine Bank geht.« Das leuchtet ein. Und verfehlt seine Wirkung auf die Kinder nicht, die keineswegs wirken als seien ihnen die vielen Reize der Natur nicht geheuer. Im Gegenteil erkunden sie vorsichtig und mit Geduld ihre Umgebung, die an jedem neuen Tag verändert erscheinen kann.

Auch in Sachen Feinmotorik stellt die Materialienwelt des Waldkindergartens eine ganz andere Herausforderung dar als die vorgefertigten Arbeitshilfen in Hauskindergärten. »Anders als ein Blatt Papier sich im Haus immer gleich mit der Schere schneiden lässt,  geht man das zu bearbeitende Material in der Natur immer wieder anders an. Ein frisches trockenes Laubblatt schneidet sich anders als ein nasses. Auf einer trockenen glatten Rinde malt es sich anders als auf rauer Rinde. Diese großen feinmotorischen Fertigkeiten übertragen die Kinder dann auch später spielend auf die Anforderungen in der Schule«, weiß Sabine Schwandt.

Bis zum 1. April für den Mini-Club anmelden

Um sich schon in ganz jungen Jahren an diese Eindrücke zu gewöhnen, wurde der Mini-Club für Kinder unter drei Jahren gegründet. Sabine Schwandt: »Unser Mini-Club besteht aus Kindern, die zweimal pro Woche für zwei bis drei Stunden in den Wald gehen und die Natur als anregende Spiel- und Lernerfahrung wahrnehmen. Leider fehlen uns zurzeit noch Anmeldungen, um diese Gruppe am Leben zu erhalten. Da wir den Mini-Club mit 85 Euro pro Monat zwar günstig, aber nicht komplett kostenfrei anbieten können, schreckt das offensichtlich viele Eltern ab«, glaubt die Kita-Leiterin. 

Wenn sich bis zum 1. April kein weiteres Kind mehr anmeldet, dann muss man mit dem Angebot bis zum Sommer pausieren. 

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