David Posor

»Wir wollen die Neugier der Menschen wecken«

Weiter Vorsitzender des Pfarrgemeinderats von St. Josef und Martin: Thomas Antkowiak plädiert für Offenheit

Langenfeld. (DP). Das Gremium der katholischen Kirchengemeinde wird nach Neuwahlen auch künftig von dem 62-Jährigen an­geführt. Mit der Wochen­Post sprach Thomas Antkowiak über die Situa­tion der Gemeinde und die Philosophie des Rats.

Er ist Jurist, seit 20 Jahren Langenfelder und er steht seit vier Jahren an der Spitze des Pfarrgemeinderats (PGR) der Langenfelder Katholiken. Seit den Wahlen Ende des Jahres ist klar, dass Thomas Antkowiak diese Funktion für eine weitere Amtsperiode innehaben wird.

Blick für
das Ganze


Der Geschäftsführer des Misereor Hilfswerks in Aachen schätzt die Lebendigkeit seiner Gemeinde. »Toll an ihr ist die Vielfalt der Aktivitäten in den verschiedenen Bereichen – von den Chören über die Schützenvereine bis hin zu den Jugendgruppen«, sagt er. »Es macht Freude, die unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen.«

Und dieses Zusammenführen spielt gerade in Bezug auf die Ganzheitlichkeit der Gemeinde eine wichtige Rolle. Denn mit der Fusion der acht einzelnen lokalen Gemeinden im Stadtgebiet vor acht Jahren wurde ein großer Umbruch vollzogen, an dem es auch heute noch zu werkeln gilt. »Das macht Freude und Arbeit«, sagt Antkowiak und resümiert: »Wir sind ein gutes Stück des Wegs weitergekommen.« Das zeige sich zum Beispiel daran, dass im PGR auch ohne spezielle Vorgaben »alle Orte kirchlichen Lebens« vertreten sind. »Ich glaube, es gelingt mehr und mehr, den Blick für das Ganze zu haben, ohne die individuellen Besonderheiten der Orte zu vergessen.«

»Wir wollen offen sein
für alle Menschen«


Thomas Antkowiak versucht, die Herausforderungen der Gemeinde mit Realismus anzugehen. »Die Rolle der Kirche im Alltag der Menschen ist früher eine komplett andere gewesen«, sagt er. »Von den rund 23.000 Katholiken in Langenfeld gehen heute natürlich nicht alle in die Kirche oder beteiligen sich am Gemeindeleben.« Entsprechend müsse man der gesamten Gesellschaft begegnen. »Wir wollen offen sein und Angebote für alle Menschen in der Stadt bieten – unabhängig davon, ob sie evangelisch, muslimisch oder gar keines Glaubens sind.« Dies könne gelingen, ohne die katholischen Grundwerte zu vergessen, ist sich der 62-Jährige sicher.

Wichtig sei stets, den Schritt zur Gemeinde einfach zu gestalten. Ein Paradebeispiel dafür bietet laut Antkowiak die alljährliche »Mette am Markt« an Heiligabend, die sich auch zuletzt wieder großer Beliebtheit erfreute. »Hier müssen die Menschen nicht über die Kirchenschwelle gehen, sondern stellen sich dazu und nehmen teil.« Das sei genau der Punkt, an dem man weiterarbeiten müsse. »Wir wollen den Menschen nicht irgendwelche Vorgaben machen«, erklärt der PGR-Vorsitzende, »sondern ihre Neugier wecken und sie dafür gewinnen, sogar vielleicht mal über die Schwelle zu gehen.«

 

ZUM PFARRGEMEINDERAT

Das Gremium erledigt Aufgaben wie die Beratung von Pfarrer und Pastoralteams in Seeelsorgeangelegenheiten, die Förderung des Gemeindelebens und die Begleitung der Gemeindeverwaltung. Auch kümmert sich der PGR mit seinen Orts- und Sachausschüssen sowie Projektgruppen um die Mitwirkung der Gemeinde in der Stadtgesellschaft und Politik.

 

 

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