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Schwarze Gürtel für Henrike, Charlotte, Louisa und David

Kinder legen in Langenfeld Selbstverteidigungsprüfung ab

Langenfeld. (dp). Rund 60 Kinder haben in der Wing-Tsjun-Akademie ihre Prüfung abgelegt. Selbstbehauptung und Selbstverteidigung stehen bei der Ausbildung an oberster Stelle.

Henrike und Charlotte Kies, Louisa Ebker und David Calgan sind frischgebackene Kinder-Schwarzgurte. Am Sonntag haben sie ihre Prüfungen im »BDS Kung-Fu« bestanden. BDS steht für »Boehlig Defense Systems«, ein nach Wing-Tsjun-Großmeister Thommy Luke Böhlig benanntes Programm auf Basis der chinesischen Kampfkunst. Böhlig, der selber Langenfelder ist, betreibt seit bereits 26 Jahren Wing Tsjun, das unter dem Begriff Kung-Fu durch Actionfilm-Legende Bruce Lee zu internationaler Bekanntheit gelangte und heutzutage zu einer der erfolgreichsten Kampfkünste überhaupt gehört.

Doch Wing Tsjun in seiner Ursprungsform sei laut Böhlig »kein geeignetes Programm für Kinder«, denn es gehe einzig und allein darum, »einen körperlich überlegenen Angreifer innerhalb von Sekunden kampfunfähig zu machen«. Und das mit brutalen Methoden wie zum Beispiel Fingerstößen in Richtung Augen oder Schlägen auf den Kehlkopf. All dies seien Techniken, die Wing Tsjun zwar zum optimalen Selbstverteidigungssystem machen, jedoch wäre es, so Böhlig, »unverantwortlich«, diese Techniken an Kinder weiterzugeben. 

»Spielerisch ans Thema«

»Wir unterrichten Selbstbehauptung gegen Gleichaltrige und Selbstverteidigung gegen Ältere«, sagt der Meister, »aber bei unserem Kindertraining geht es hauptsächlich darum, dass die Kids lernen, sich verhältnismäßig zu wehren«. Ein Fingerstoß in die Augen habe da eigentlich nichts verloren. Außerdem solle der Nachwuchs Spaß haben, sich auspowern und spielerisch ans Thema Umgang mit Gewalt herangeführt werden. Dazu gehört auch das korrekte Einschätzen von Situationen.

Letzteres war auch Thema bei der Gürtelprüfung von Henrike, Charlotte, Louisa und David. Im Freizeitpark Gut Langfort mussten sie einen Parcours absolvieren, auf dem sie von mehreren Personen in unterschiedlicher Intensität belästigt wurden. Dies ging von der Frage nach der Uhrzeit bis hin zum Greifen des Kindes und dem Versuch, es wegzutragen. Nachwuchs-Coach Thomas Simon hatte im Vorfeld dafür gesorgt, dass »kein Kind unvorbereitet in eine solche Simulation geht« und mit seinen Schülern ein umfangreiches Training absolviert. 

Bei dem genannten Vierergespann lief alles erfolgreich ab. So steht Lektionen auf dem nächsthöheren Level sicher nichts im Wege.

 

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