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»Plastikpiraten«: Jugendliche spüren am Rheinufer Müll auf

Langenfelder Biologieschüler engagieren sich für bundesweite Jugendaktion

Langenfeld. /Monheim. Bei dem Projekt verbinden die Teenager Umweltschutz mit wissenschaftlichem Arbeiten.

Etwas angewidert und sichtbar empört sammeln einige Schüler der Langenfelder Realschule Unrat am Ufer des Rheins. In der Nähe des Monheimer Kanu- und Rudersteigers ist heute, bei Niedrigwasser, viel zu tun. Ein Stück weiter halten Mitschüler ein spezielles reusenartiges Netz in den Fluss, um Mikroplastik herauszufischen. Eine weitere Gruppe bestimmt die Pflanzen in Ufernähe und die Fließgeschwindigkeit des Wassers.

Schüler werden zu Forschern

Was die rund 15 Teenager an einem Freitagnachmittag hier freiwillig tun, ist Teil einer bundesweiten Messreihe. Die »Plastikpiraten«, ein Projekt von »Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane«, haben zum Ziel, stärker für das Problem der Belastung durch Plastikmüll in und an fließenden Gewässern zu sensibilisieren. »Ich mache hier mit, weil es wichtig für die Umwelt ist«, sagt Schüler Iain und hält dabei Ausschau nach dem nächsten Müllhaufen, »sonst geht die Welt in Zukunft kaputt«.

Biologielehrerin Nadine Wittwer, die das Projekt vor Ort leitet, ist überzeugt: »Diese Aktion bietet die Möglichkeit, den Gedanken des Umweltschutzes jungen Menschen näher zu bringen und dabei fundiert wissenschaftlich zu arbeiten.« Das Thema passe gut zum Biologieunterricht, der sich mit Ökosystemen wie Fluss und Meer beschäftigt, und schule außerdem Arbeitsweisen wie das genaue Beobachten und Protokollieren.

Bis zum 18. November werden Jugendliche bei der deutschlandweiten Aktion selbst zu Forschern, um die Resultate in einer digitalen Karte zu dokumentieren. Die Ergebnisse werden anschließend von einer Kieler Forschungswerkstatt wissenschaftlich ausgewertet. Das Schülerlabor ist Partner der Aktion und wird unterstützt vom »Exzellenzcluster `Ozean der Zukunft´«.

Fleißige Müllsammler

Auch die Ergebnisse aus Monheim werden in die Gesamtmessreihe einfließen. Und die sind teilweise überraschend: Anders als erwartet, ist den Langenfelder Schülern bei der Aktion am Rhein kein Mikroplastik ins Netz gegangen. Dafür fanden die Jungbiologen am Ufer so viel Müll, dass sie mehrere Säcke füllen konnten und spontan beschlossen, weitere Bereiche zu reinigen – vorbildlich!

 

»Wissenschaftsjahre«

Bei dem Projekt geht es um die Ergründung von Gewässern, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.

 

 

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