David Posor

Ein Leben für Vereinssport und junge Krebspatienten

Helmut Hermanns mit Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet

Langenfeld. (DP). Mehr als er kann man kaum eine derartige Würdigung verdienen: Helmut Hermanns hat in den vergangenen Jahrzehnten viel Herzblut in Engagement für seine Mitmenschen hineingesteckt.

Der Geehrte sei »ein Mann, der in unserer Stadt als ein Synonym für Ehrenamt gilt«. Das sagte Bürgermeister Frank Schneider beim traditionellen Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag. Der Verwaltungschef äußerte viel Lob für Helmut Hermanns, der einst erfolgreicher Leichtathlet und Vorstandsmitglied des damaligen Immigrather Turnvereins (ITV) war und zu den Vätern des Zusammenschlusses zur Sportgemeinschaft Langenfeld (SGL) gehört. Im Jahr 1981 startete die SGL mit 1.800 Mitgliedern; dass ihr heute 10.500 Aktive angehören, ist zu einem großen Teil Helmut Hermanns zu verdanken. Der Erfolg kam, weil man damals für »ein vernünftiges Angebot und zweckgerechte Räume für Gymnastikgruppen« gesorgt habe, erzählt er. »Und das nicht erst ab 18 Uhr.«

Heute würden 35 Prozent der Mitglieder das Angebot nutzen, vormittags Sport zu treiben und so aktiv für ihre eigene Gesundheit sorgen. Das geschieht in zehn SGL-eigenen Hallen, die der Verein selbst geplant und gebaut hat und erhält. Über 30 Jahre kümmerte sich Helmut Hermanns als Vorsitzender um die Leitung des Clubs. Noch immer ist er für die SGL als ehrenamtlicher Präsident tätig.

Gründung einer
Elterninitiative


Hermanns' zweiter großer Verdienst kommt im Bereich Kinderkrebshilfe zustande. Es begann mit der Leukämie-­Erkrankung seines­ dreijährigen Sohnes Marc im Jahr 1978. »Da haben wir festgestellt, unter welch katas­trophalen Verhältnissen die Ärzte arbeiten mussten«, erinnert sich der Rentner, der damals mit Hilfe seiner Kontakte zu Landespolitikern die Gründung der ­Elterninitiative Kinderkrebsklinik in die Wege leitet. »Wir vom Förderverein haben viele Schreiben verfasst und Aktionen gemacht«, so Hermanns. »Dadurch sind wirklich viele Gelder zusammengekommen.« Wie der leidenschaftliche Ehrenamtler schätzt, habe allein er in den letzten 40 Jahren im Raum Langenfeld/Monheim knapp drei Millionen Euro sammeln können.

Mit dem Geld wurde nicht nur die Düsseldorfer Klinik modernisiert. Auch diente es zur Einrichtung von Deutschlands erstem Knochenmarkspender-Register in NRW. Auch diese initiierte Hermanns. Trauriger Anlass war der Tod seines Sohnes, der verstarb, da man keinen passenden Spender hatte finden können. Damit es nicht länger nur eine Kartei in den Vereinigten Staaten gibt, veranlasste Hermanns eine entsprechende Umsetzung in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst wurde das Projekt damals realisiert. »Wir haben an dem Tag eine Million D-Mark an Spendengeldern zur Verfügung gestellt, um damit anzufangen«, so Hermanns.

Hermanns trägt schon
Bundesverdienstkreuz


Bei der offiziellen Gründungsversammlung im Düsseldorfer Landtag hatten er und seine Mitstreiter bereits zirka­ 100.000 Typisierungen durchgeführt – ehrenamtlich, wohlgemerkt. Wenn Helmut Hermanns an die Veranstaltung zurückdenkt, weckt das aber auch negative Gefühle. »Damals ist nicht einmal ein Wort des Dankes gesagt worden«, berichtet er. »Das hat mich geärgert.«

Was das Landesministerium damals versäumte, wurde mittlerweile schon mehrfach nachgeholt. Unter anderem erhielt der Langenfelder Vollblut-Ehrenamtler von Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die Ehrenmedaille der Stadt Langenfeld dürfte nun in derselben Vitrine landen.

Nach der Verleihung am Sonntagmittag ging es für Helmut Hermanns übrigens direkt wieder auf Spendensammlungs-Tour: Bei Elke Derks' »Hochzeitsmesse mit Herz« holte er für die Kinderkrebsklinik den Erlös einer Tombola ab.

 

 

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