David Posor

Der Stadtschlüssel ist da!

Vereinfachtes Parken mit Kundentreuesystem: Wichtiges »Future City«-Projekt gestartet

Langenfeld. (DP). Die Stadt der Zukunft ist ein Stück weit Gegenwart: Mit der neuen Karte und dem dazugehörigen Chip können Kunden ab sofort kontakt- und bargeldlos zahlen – und im Payback-Stil sparen.

»Ein ganz besonderes Ereignis« nennt Bürgermeister Frank Schneider die Einführung des zukunftsorientierten Digitalsystems. Auch, weil hinter der Neuheit ein Berg von Arbeit steckt. Mehrmals war der Start verschoben worden, da der Einsatz von Hard- und Software aufwendig optimiert wurde. In Zusammenarbeit mit den »Innovationspartnern« Future Retail Init (Düsseldorf) und Qdega (Köln) sowie mit den städtischen Töchtern Stadt-Sparkasse und Stadtwerke macht die Stadt Langenfeld nun einen ersten größeren Schritt in Richtung »Future City«. In ganz Deutschland gebe es »kein System, das so umfassend ist«, verkündet der Verwaltungschef, stolz auf seine Stadt als »Ort der Innovationen«.

Die Vorteile

Wer bei der Stadtwerke Langenfeld GmbH ein Stadtschlüssel-Konto eröffnet, erhält eine persönliche Parkkarte und einen gesonderten Chip. Mit der sogenannten RFID-Karte lassen sich alle öffentlich zugänglichen, beschrankten Parkanlagen in der ShoppingMitte per Funk öffnen. Dafür muss man sie einfach möglichst unverdeckt ins Auto legen. Verlässt man die Anlage, wird die Parkzeit verbucht. Die Abrechnung der gesammelten Zeit findet immer am Monatsende bequem per SEPA-Lastschriftverfahren statt.

Reduziert werden können die Kosten, wenn der Nutzer in teilnehmenden Geschäften einkauft und hier Punkte sammelt. Dies geschieht mit dem Chip im Schlüsselanhänger-Format, auf dem sich ein individueller QR-Code befindet. Der Händler scannt ihn und schreibt so dem jeweiligen Konto Punkte gut. »Im besten Fall ist das Parken durch das gefüllte Punktekonto sogar gänzlich kostenlos«, sagt Jan Christoph Zimmermann. Wie der Citymanager erklärt, wird dem Kunden 1 Prozent des Einkaufswertes gutgeschrieben, von dem 25 Prozent für die Systemerhaltung bestimmt sind. Kauft der Nutzer somit für 100 Euro ein, sammelt er auf seinem Konto unterm Strich 75 Cent. Die Parkgebühr in der Langenfelder Innenstadt beträgt pro Stunde 50 Cent.

Aber nicht nur fürs Parken können die Punkte genutzt werden; auch lassen sie sich in Form von VRR-Einzeltickets einlösen. Eine Auszahlung des Guthabens ist nicht möglich.

Hier gibt es den Stadtschlüssel

Beantragt werden kann der Stadtschlüssel ab heute im »ServiceCenter« der Stadtwerke an der Solinger Straße 41 und am »ServiceSchalter« im MarktKarree, der zur Einführung den ganzen September über dienstags und freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr öffnet. Außerdem gibt es den Stadtschlüssel in allen Geschäftsstellen der Stadt-Sparkasse Langenfeld, die ihren Kunden die Nutzung besonders schmackhaft macht: Zahlen sie mit ihrer EC- oder Kreditkarte, erfolgt die Punktegutschrift automatisch und der Schlüssel kann in der Tasche bleiben.

Mehr Geschäfte sollen künftig mitmachen

Laut Entwickler Frank Rehme von der Future Retail Init will man mit dem Parksystem »Zutrittshürden zur Innenstadt abbauen«. Sowohl Händler- als auch Kundenworkshops hätten aufgezeigt, dass gerade im Bereich Parken Innovationsbedarf herrsche. Stadtwerke-Geschäftsführer Kersten Kerl nennt den Stadtschüssel einen »ersten Baustein für die Digitalisierung in Langenfeld«, an der sein Unternehmen maßgeblich mitwirken will. Es gebe bereits viele Ideen, die man bald angehen will. Stichwort: Smart City.

Zum Start des Stadtschlüssel-Projekts nehmen 30 Geschäfte teil. Für Frank Schneider ist diese Zahl »eine gute Basis«, längerfristig jedoch »viel zu klein«. Der Bürgermeister hofft deshalb, dass sich künftig weitere Händler von den guten Erfahrungen der Teilnehmer überzeugen lassen. Schneider: »Je mehr mitmachen, desto besser funktioniert das System.«

 

ZUM STADTSCHLÜSSEL

  • Die Nutzung ist kostenlos.
  • Die persönlichen Daten des Inhabers bleiben laut Stadt in Langenfeld und werden nicht für anderweitige Zwecke genutzt. Bei allen Einsätzen der Chips agiere der Nutzer anonym.
  • Verliert der Nutzer sein Schlüsselbund, kann der Punkte-Chip als praktischer Helfer dienen: Er ist zwar optisch seinem Inhaber nicht zuzuordnen, nach der Abgabe im städtischen Fundbüro können jedoch die Stadtwerke den Besitzer ermitteln und ihn benachrichtigen.
  • Auch mit dem Stadtschlüssel-Chip lassen sich die Parkschranken öffnen. Hierfür muss man ihn an die entsprechende Lesevorrichtung halten.
  • Mehr Infos zum Stadtschlüssel erhalten Interessierte online und bei den Service-Mitarbeitern der Stadtwerke.

 

 

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