David Posor

Das etwas andere Herzensthema

Langenfelder Autorin beschäftigt sich mit Organspende

Langenfeld. (DP). Mit »Fischgeflüster« veröffentlichte Jane Oswald vor zwei Jahren einen Roman über den Liebe suchenden Günther. Vorletzte Woche vollendete die Langenfelderin ihr zweites Werk. Diesmal geht es nicht um ein leidendes Herz, sondern um ein defektes. In »Irgendwann ist anders« greift die Autorin das Thema Organspende auf. Auch sie selbst wird bald ein neues Herz brauchen.

2013: Alles dreht sich um die Suche nach der Einen. Günther ist Mitte 30 und sehnt sich nach der großen Liebe.­ Seine Mitbewohner, eine Topfpflanze und drei Fische, sind die einzigen Lebewesen, die seine Wohnung mit ihm teilen. Günther ist Romantiker und malt sich oftmals die perfekte Frau in seinen Träumen aus. Was dieser Typ dabei so denkt? Jane Oswald weiß es. Sie wagte vor rund zwei Jahren das Experiment »Frau schreibt aus der Sicht eines Mannes«. »Gerade das fand ich interessant«, sagt die Autorin, deren Erstlingswerk in einem kleinen Münsteraner Verlag erschien. »Das gab’s so noch nicht.«

Die Geschichte an sich ist ­Fiktion. Mit ihrer Erfinderin hat sie nicht viel zu tun. Hat Jane Oswald, die nur mit Pseudonym an die Öffentlichkeit tritt, ihre große Liebe doch längst gefunden. Und das in Zeiten, in denen die Suche – ähnlich wie bei Günther – nicht gerade einfach ist, sagt die gebürtige Düsseldorferin. »Heutzutage läuft zu viel über die Technologie.«

Sie selbst hat ihren heutigen Mann ganz ohne Flirt-App und Online-Liebesforum kennengelernt. Über die Arbeit, als er sie in einem Düsseldorfer Dienstleistungsunternehmen einstellte.

Dort arbeitet Jane Oswald schon drei Jahren nicht mehr. Der Grund, wegen dem sie zur Frührentnerin wurde, ist ein angeborener Herzfehler. »Ich brauche irgendwann ein Spenderherz«, sagt die 41-Jährige. In spätestens zehn Jahren, schätzt sie.

In den vergangenen beiden Jahren hat sie das Thema in einem zweiten Roman verarbeitet. In »Irgendwann ist anders« beleuchtet die Langenfelderin in zwei Teilen Pro und Contra der Organspende. »Der erste Teil ist aus der Sicht einer Kranken, die auf ein Spenderherz wartet«, verrät Oswald, »quasi aus meiner Sicht«. Obwohl die ehemalige Germanistik-Studentin hier einige persönliche Aspekte einfließen ließ, sei die Geschichte jedoch ebenfalls fiktiv. Genau wie der zweite Teil, in dem eine andere Person dringend eine neue Niere benötigt.

Während Jane Oswald Einblicke in das Innenleben betroffener Personen gewährt, lässt sie sowohl die Meinung der Befürworter als auch die der Gegner von Organspenden zum Ausdruck kommen. Man kann sich denken, welche Seite am Ende des Buches die Sympathien gewinnt.

Erst vorletzte Woche hat die Autorin ihr zweites Werk vollendet. Mitte Juni schrieb sie die letzten Worte. Demnächst will Jane Oswald auf die Suche nach einem Verlag gehen. »Der Traum ist, einen etwas größeren zu finden«, sagt sie. Bevor das Manuskript verschickt werden kann, muss jedoch noch etwas Wichtiges erledigt werden: Mutter Ingrid wird das Buch gegenlesen.

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