Volker Budinger

Bilder und Tanz verschmelzen zur gemeinsamen Kunst

Ausstellung: Im Kunstraum des Gewerbepark Süd eröffnet jetzt mit »Resonanz« eine Bilderschau, die Musik und Farbe thematisiert

Hilden. Das Künstlerpaar Henriette Astor und Friedel Warhus zeigt in Hilden Bilder und Installationen, bei denen ihnen die Musik die Pinsel führte. Eine Tanzaufführung in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt bildet dazu einen Höhepunkt.

Von Volker Budinger

»Es ist ein Wechselspiel zwischen Hören und Sehen«, umschreibt Ingrid Hilgeroth vom Kulturamt der Stadt das, was die Künstler Henriette Astor und Friedel Warhus mit der Ausstellung »Resonanz« im Kunstraum des Gewerbepark Süd an der Hofstraße 64 zeigen.

Denn die bunten Flächen, Tupfen und geschwungenen farbigen Linien, die in 36 Bildern und Installationen auf Papier und Leinwand zu sehen sind, kamen nicht willkürlich auf ihren Untergrund.  »Alle Farben, alle Linien haben etwas mit Musik zu tun«, erklärt Astor. Klang und Rhythmus setzte das Künstlerduo in Farben, Formen und Gestik um und brachte so die Musik auf den Zeichengrund.

Dabei ließen sie sich allerdings nicht von irgendeiner Musik inspirieren, sondern von den zum Teil ungewöhnlichen Kompositionen etwa von John Cage, Stockhausen oder Nigel Kennedy.
»Wir haben uns lange mit dieser Musik beschäftigt. Diese Komponisten waren ja echte Revolutionäre«, sagt Warhus.  Deutlich wird das sehr besondere von Cages Musik dabei etwa in der Installation  »Impuls 1 bis 14«. Inspiriert ist diese von dem Musikstück »As SLow aS Possible«, das bei einem Orgelprojekt in Halberstadt 639 Jahre lang - so langsam wie irgend möglich - gespielt wird. Einzelne Noten, die in langsamen »Impulsen« von dieser Orgel erklangen, sind in der Installation nun auf Papier wieder künstlerisch fixiert.

»Wir haben auch das Stück 4.33 von Cage umgesetzt«, sagt Warhus. Auf dem entsprechenden Bild zu dem Stück, in dem vier Minuten und 33 Sekunden kein einziger Ton erklingt, sind verschiedenen Schattierungen von Weiß zu sehen. Bunte Flecken auf dem Bild daneben stellen die Geräusche des Publikums dar, das in der Zeit mit den Füßen scharrt oder hustet.

Auch ein über vier Meter großes Bild gibt es, an dem die Künstler gemeinsam arbeiteten. »Wir haben dabei ausprobiert, was in der Umsetzung von Musik in Farbe möglich ist«, erklärt Astor. Dass dabei die nächste Ebene, der Tanz nicht weit entfernt ist, habe man bemerkt. »Die Arbeit lag auf dem Boden. Was wir dann daran gearbeitet haben, war in gewisser Weise wie ein Tanz mit Händen und Füßen«, sagt die Künstlerin.

Diese nächste Ebene setzt auch die Leiterin des Josef-Kremer-Hauses der Arbeiterwohlfahrt, Marie Luise Barkhoff, um. Mit fünf Laien-Tänzern ganz unterschiedlichen Alters und zum Teil mit eingeschränkter Motorik wird sie  im Rahmen des 50. Hildener Kunstcafés am 24. Februar inspiriert von den Bildern eine Tanzperformance aufführen.

An dem Tag ist auch der Kunsthistoriker Frank Schablewski vor Ort und wird die Kunst fachlich einordnen.

Die Ausstellung eröffnet am 18. Februar um 11 Uhr Bürgermeisterin Birgit Alkenings. Schablewski gibt anschließend eine Einführung. Für den musikalischen Rahmen sorgt die Saxophonistin Sarah Wünsche.
Bis zum 18. März ist die Schau dann bei freiem Eintritt dienstags bis freitags von 15 bis 18  Uhr zu sehen sowie samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr. An jedem Tag ist das Künstler-Duo dabei vor Ort und steht für Gespräche bereit.

Eine besondere Aktion gibt es auch für Gruppen von Kindern wie Schulklassen oder Kindergartenkindern. Sie können sich unter der Email-Adresse warhus@t-online.de bei den Künstlern anmelden und nach Vereinbarung gemeinsam an einer kreativen Aktion teilnehmen.

Weitere Informationen gibt es auf den Internetseiten der Stadt www.hilden.de

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