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Aussetzung inszeniert - Hundewelpen stammen aus dem Ausland

Hilden. Wie sich herausgestellt hat, wollte jemand Kosten und Arbeit für vermeintliche Tierrettung auf das Tierheim abschieben.

Im Fall der ausgesetzten Hundewelpen in Hilden gibt es Bewegung. "Wie sich nunmehr leider herausgestellt hat, wurden wir in dem Fall der ausgesetzten Hundewelpen von der Finderperson belogen. Es handelte sich um Welpen, die aus falsch verstandener Tierliebe aus dem Ausland geholt wurden um diese zu 'retten'", sagt Alexandra Hinke vom Tier- und Naturschutzverein Hilden.

Die Aussetzung der erst wenige Wochen alten Tiere sei dann inszeniert worden, um die Tiere und die damit verbundene Arbeit und die Kosten ans Tierheim abzuschieben, berichtet die Tierschützerin. Der Fall sei nun vom Veterinärsamt übernommen worden, die Welpen gälten nun offziell als von der Behörde sichergestellt.

"Das Veterinärsamt wird ein Ordnungsverfahren wegen illegaler Einfuhr von Hundewelpen einleiten", sagt Hinke. Alle anfallenden Kosten würden der Finderperson in Rechnung gestellt.

"Für die Einfuhr von Hundewelpen nach Deutschland gelten strenge gesetzliche Regelungen. So dürfen Welpen aus EU-Mitgliedstaaten oder Drittländern frühestens mit 15 Wochen und nur mit gültigem Impfschutz importiert werden. Hunde aus nicht gelisteten Drittländern dürfen frühestens mit 7 Monaten nach Deutschland verbracht werden", erklärt die Expertin.

Immer wieder würden Menschen unüberlegt  Hundewelpen aus dem Ausland mitbringen, um diese dort von der Straße zu retten. Das habe dann die Konsequenz, dass die Tiere spätestens beim hiesigen Tierarztbesuch gemeldet und beschlagnahmt würden.

"Die Tiere landen dann für mehrere Wochen, unter Umständen sogar mehrere Monate, auf der Quarantänestation. Allein im letzten Jahr saßen acht Welpen auf der Qarantänestation im Tierheim", sagt Hinke.

Schwere Verhaltensstörungen seien dann oft die Folge. "Statt bei liebenden Menschen aufzuwachsen, müssen die Welpen ein Dasein im Zwinger fristen. Für lange Zeit sehen sie lediglich nur einen kargen gekachelten Raum."

Die Welpen lernten so nicht den Umgang mit Artgenossen, hätten kaum Kontakt zu Menschen und lernen keine Umweltreize kennen, da selbst Spaziergänge im Freien nicht erlaubt seien, sagt sie. "Dieses von Menschen gemachte Elend ist für unsere Mitarbeiter im Tierheim schwer zu etragen. Nun hat es leider vier weitere Welpen getroffen", bedauert die Tierschützerin.

Die Tiere waren am Sonntagnachmittag bei eisigen Temperaturen auf der Straße Kastert neben einem Altkleidercontainer vermeintlich gefunden worden. Obwohl das Finden der Welpen inszeniert war, waren die Tiere dennoch bereits unterkühlt, als eine Mitarbeiterin des Tierheims Hilden die Welpen in Obhut nahm.

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