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Junioren helfen Älteren bei Fragen rund ums Handy, Tablet ..

Jugendcafé und Seniorennetz wollen gemeinsam Berührungsängste abbauen

Haan. (BL). Zukünftig können Senioren in Haan Hilfe bekommen, den technischen Tücken ihrer Handys Herr zu werden: Betreiber aus dem Jugendcafé (JuCa) haben gemeinsam mit dem Seniorennetzwerk »Wir sind Haan« (WsH) das Projekt »Smart Help« ins Leben gerufen.

In ihrem Bistro wollen die Heranwachsenden die Senioren an zwei Nachmittagen in der Woche (donnerstags und freitags ab 15.30 Uhr) beraten. 13 aktive Jugendliche haben sich für dieses besondere Projekt aufstellen lassen. Ihr Ziel: Den Senioren in lockerer Runde technische Unterstützung an ihren Handys und Tablets zu bieten und dabei den Generationen-Austausch zu pflegen. Ein wenig Eigennutz gehört allerdings auch dazu: Die Jugendlichen erhoffen sich durch diesen Einsatz, ihrem Wunsch nach einem neuen Kaffeeautomaten näher zu kommen. Bislang brühen die Youngsters unter den Kaffeehausbetreibern jede Tasse des Bohnengetränks per Hand auf. Das sei zwar ein Alleinstellungsmerkmal, aber zeitlich oft ein Problem, wie der Abiturient und JuCa-Mitwirkende Felix Blossey sowie Annette Braun-Kohl aus dem zuständigen Trägerverein des Cafés beschreiben: »Einige Gäste warten eigentlich nur auf den Bus und wollen kurz einen Kaffee mitnehmen.« Beide haben den Vorschlag des Seniorennetzwerkes für das Projekt »Smart Help« sofort bejaht. Für die ehrenamtliche JuCa-Crew birgt das Hilfsangebot zusätzlich einen weiteren positiven Nebeneffekt. Momentan kommen selten ältere Besucher in die gute JuCa-Stube, obwohl sie allen Menschen offen steht. Das könnte sich demnächst ändern.

Der Bedarf ist groß

Dass das Projekt »Smart Help« Fahrt aufnimmt, daran zweifelt auch der eigentliche Ideengeber Dr. Hermann Neumann von WsH nicht: »So mancher Senior wünscht sich ab und zu die guten alten Zeiten zurück, in denen Telefone noch an Ort und Stelle standen und das Smartphone noch nicht die Welt erobert hatte. Zu kompliziert erscheint der Umgang mit den kleinen Apparaten: Wie meistert man die ersten Hürden bei der Einrichtung des kleinen Gerätes? Wie kann man den passenden Klingelton einstellen? Was ist eine App und wie geht man damit um? Und nicht zuletzt: Welche Probleme können auftreten und was kann man dagegen tun?«, zählt er einige der Fragen auf, die ältere Menschen häufig davon abhalten, ein Smartphone zu benutzen. In dem zirka 700 Mitglieder umfassenden WsH-Netzwerk hatte er immer wieder von solchen Problemen gehört. Christel Wolfram bestätigt das. Die 81-Jährige kann mit ihrem Handy zwar gut umgehen, mit einem iPhone käme sie aber nicht zurecht, gesteht sie lächelnd.

JuCa bietet optimale Bedingungen

Das JuCa liegt nicht nur zentral an der Kaiserstraße 55, direkt gegenüber der evangelischen Kirche, sondern verfügt zudem über ein freies WLAN-Netz. Damit sind die Rahmenbedingungen schonmal gesetzt. Berührungsängste in Sachen Schulung haben die jungen Frauen und Männer nicht. Felix und Lucio coachen ihre Eltern bereits regelmäßig. »Mein Vater fragt mich fast täglich etwas, beispielsweise wie er die Schriftgröße am Display ändern kann«, geht Felix direkt in die Vollen. Interessierte Senioren können also ganz ungeniert ab dem 6. Juli jeden Donnerstag- oder Freitagnachmittag einfach mit ihrem Handy oder Tablet-Computer vorbeikommen. Dr. Hermann Neumann hofft, dass das Angebot gut genutzt wird und dadurch auch mehr Spenden für das JuCa zusammenkommen, damit die neue, moderne Kaffeemaschine nicht mehr lange in der Ferne bleiben muss.

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