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Umweltschutz: Taler fürs Naturschutzzentrum

Pachtvertrag fürs Cleverfeld deckt nur Teil der Personalkosten

Erkrath. (NM). Umweltschutz und Umweltbildung machen sich nicht von allein! Im Naturschutzzentrum Bruchhausen zählt daher jeder Euro, um die Angebote aufrecht halten zu können. Im Märchen "Tischlein, deck dich!" verdaut ein Goldesel sein Futter zu Goldtalern. Fein raus wäre die Stiftung Naturschutzgebiet Bruchhausen, wenn die Esel, die auf leben auf dem Gelände des Naturschutzzentrums leben, das auch könnten.

Seit die Aussandung der benachbarten Sandgrube eingestellt und die Grube an den Kreis Mettmann verpachtet wurde, fehlt der Einrichtung eine wichtige Einnahmequelle. "Die Erlöse aus der Sandgrube gingen an die Stiftung", erklärt Wilfried Schmidt, Vorsitzender der Stiftung, "bis Ende 2015 die Aussandung eingestellt wurde. Damit standen wir vor der Frage, wie wir das Naturschutzzentrum weiter finanziert kriegen."

Hoher Anteil Personalkosten

Nicht ganz ungelegen kam der Stiftung als Träger des Naturschutzzentrums sowie der Flächen des Naturschutzgebietes Bruchhausen und weiterer Flächen beispielsweise im FFH-Naturschutzgebiet Neandertal da die Priorisierung des Cleverfelds für den Neubau der Feuer- und Rettungwache in Hochdahl. Denn, um sowohl die Naturschutzaufgaben als auch die umweltpädagogischen Angebote der Einrichtung weiter aufrecht erhalten zu können, müssen vor allem Mitarbeiter (darunter zahlreiche 450-Euro-Kräfte, haupt- und freiberufliche Mitarbeiter und junge Leute, die ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren) bezahlt werden. Einen Großteil der Personalkosten deckt jetzt die Pacht, die die Stadt Erkrath fürs Cleverfeld zahlt.

Ohne Spenden geht es nicht

Weitere Kosten muss die Stiftung hauptsächlich durch Spenden begleichen. Aktuell wird das Gebäude, das früher von einem Schäfer auf dem Gelände des Naturschutzzentrums genutzt wurde, zu einer Naturschutzwerkstatt umgebaut. "Dort können junge Leute handwerkliche Fertigkeiten erlernen und gleichzeitig etwas für den Umweltschutz tun", erklärt Schmidt. Für die Naturschutzwerkstatt sind drei FÖJ-ler und ein zusätzlich eingestellter Mitarbeiter zuständig.

Taler-Sammelaktion der Millrather Apotheke

Dass hier jeder Cent gebraucht wird, weiß auch Klaus Sauerwein, Inhaber der Millrather Apotheke. Vor gut zehn Jahren widmete der Apotheke seine erste Taler-Sammelaktion daher bereits dem Naturschutzzentrum. Diesmal sammelte er wieder für Bruchhausen. Zur Erklärung: Für ihre Einkäufe erhalten die Kunden der Millrather Apotheke Rabatttaler, die sie sammeln und für vergünstigte Einkäufe einsetzen können. Wer das nicht möchte, kann die Taler spenden. Alle paar Monate überreicht Sauerwein dann den Barwert der Taler einer gemeinnützigen Einrichtung. Bei der letzten Aktion kamen 600 Euro fürs Naturschutzzentrum zusammen. Der nächste Taler-Spendenbetrag geht ans Deutsche Rote Kreuz Erkrath.

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