Nicole Marschall

Alltagshelden kommen aus Erkrath

Die Erkrather Hospiz-Kultur-Kneipe erhält den Deutschen Bürgerpreis auf Regionalebene

Erkrath. Kreis Mettmann/Erkrath (NM) Ein Hospiz besuchen die wenigsten Menschen »einfach mal so«. Um Hemmschwellen und Berührungsängste abzubauen, hat das Franziskus-Hospiz in Hochdahl die Hospiz-Kultur-Kneipe gegründet. Das Projekt wurde nun mit dem Bürgerpreis der Kreissparkasse Düsseldorf ausgezeichnet.

Zum 15. Mal hatten die Sparkassen bundesweit aufgerufen, Ehrenamtler für den Bürgerpreis 2017 vorzuschlagen. Am Freitag wurden die Regionalsieger in der Erkrather Filiale der Kreissparkasse Düsseldorf von Filialdirektor Wolfgang Soldin und den Bundestagsabgeordneten Michaela Noll und Peter Beyer ausgezeichnet. Seit elf Jahren übernehmen Soldin und Noll diese Aufgabe und konnten dabei schon viele Preisträger kennen lernen, die im Grunde alle eins gemeinsam haben: Sie helfen, ohne große Fragen zu stellen oder dafür eine Gegenleistung zu erwarten. »Wir haben dabei viele schöne, sehr emotionale Momente erlebt«, erinnert sich Soldin beeindruckt von dem Engagement der Ehrenamtler, die Michaela Noll als  »stille Engel im Hintergrund« bezeichnet, die dazu beitragen,  »dass unsere Gesellschaft funktioniert«.

Bundesweit einzigartiges Projekt aus Hochdahl

Das diesjährige Bürgerpreis-Motto »Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal« richtete sich an Menschen, Vereine und Institutionen, die ihre Arbeit als Vorsorge für die Zukunft sehen – mit Ehrenamtlern, die bereits jetzt die digitale Welt für ihren Einsatz nutzen. In der Kategorie »Alltagshelden« ging der 1. Preis (und damit 500 Euro) an die Erkrather Hospiz-Kultur-Kneipe. Einmal monatlich lädt das ehrenamtliche »Kneipen-Team« zu Vorträgen, Veranstaltungen und gemeinsamen Kochen ein. So sollen auch Menschen, die bislang einen Bogen um das Hochdahler Franziskus-Hospiz gemacht haben, 'über den Seiteneingang' ins Haus gelockt werden und Berührungsängste abgebaut werden. 25 bis 40 Besucher, darunter auch noch entsprechend fitte Bewohner und Angehörige, die sich im Hospiz von ihren Partnern verabschieden mussten. »Wir hätten nicht damit gerechnet, dass das Konzept so einschlägt«, fasst Josef Jordan den Erfolg des bundesweit einzigartigen Projekts zusammen.

Weitere Preisträger aus Velbert und Heiligenhaus

Den 2. Preis (300 Euro) erhielt der Heiligenhauser Verein für wissenschaftliche Naturschutzpaten e.V., dessen zwölf Mitglieder den amtlichen Naturschutz mit Daten versorgen und das öffentliche Bewusstsein für die Natur schärfen wollen. »Naturschutz sollte wie Atmen selbstverständlich sein«, so das Credo von Prof. Dr. Gerß, der den Preis entgegennahm. Der 3. Preis (200 Euro) geht an den pensionierte Biologielehrer Dietmar Borbe, der sich für deren Schutz von Schmetterlingen und deren Grundlagenforschung einsetzt. Für sein Lebenswerk wurde Bernd Feldbusch aus Velbert geehrt. Mit dem Motto  »Einen Sportverein sollte man genauso führen wie ein Unternehmen« führt er seit Jahrzehnten die Langenberger Sportgemeinschaft (LSG) und seit gut zwei Jahren den Verein Wasserfreunde Nierenhof. Im Februar dieses Jahre war Feldbusch bereits vom Stadtsportverband Velbert und im Mai vom Kreis Mettmann als Ehrenamtler des Jahres 2017 ausgezeichnet worden.
Mit ihren Platzierungen sichern sich die prämierten Ehrenamtler die Teilnahme an der bundesweiten Wertung.

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