David Posor 1 Kommentar

Langenfelderin will für schwieriges Thema sensibilisieren

Mit einer großen Portion Autobiografie: Autorin Jane Oswald widmet sich in ihrem neuen Roman der Organspende

Langenfeld. (DP). Bereits vor rund zwei Jahren haben wir mit der Autorin über ihr neues Buch gesprochen. Und über ihren Herzfehler, den sie in »Irgendwann ist anders« verarbeitet. Damals war der erste Entwurf des Romans fertig. Seit einiger Zeit hält sie das fertige Werk in Händen. Uns verriet Jane Oswald, wie die Themen Organspende und Liebe in ihrer Geschichte funktionieren – und warum in ihrem nächsten Buch Krankheiten keine Rolle spielen sollen.

Irgendwann ist fertig. Es hat eine ganze Weile gedauert, aber jetzt hat Jane Oswald es geschafft: Ihr Buch »Irgendwann ist anders« ist auf dem Markt. Seit September erhält man das im Chiliverlag erschienene Werk der 44-Jährigen. »Aus gesundheitlichen Gründen läuft nicht immer alles so, wie man es gerne hätte«, sagt sie. »Bei mir gibt es teilweise längere Phasen, in denen ich es nicht schaffe, zu schreiben.« Die Langenfelderin, die als Autorin nur unter Pseudonym auftritt, leidet unter einem angeborenen Herzfehler. Früher oder später wird sie ein Spenderherz brauchen.

Zwei junge Frauen
mit ähnlichem Schicksal


Das Thema Organspende, mit dem sie sich viel beschäftigt, prägt ihren neuen Roman. »Das Buch erzählt das Leben von zwei jungen Frauen, die beide an einer lebensbedrohenden Krankheit leiden«, erklärt Jane Oswald. Eine von ihnen erinnert stark an ihre Erfinderin: »Lilie hat einen schweren angeborenen Herzfehler«, erzählt die Autorin. Nach einem anfänglich fast ganz normalen Leben erfährt die Protagonistin eine massive Einschränkung ihrer Leistungsfähigkeit.

Die zweite Figur ist Alma. Auch sie hat ein schweres Schicksal: Aufgrund von Nierenversagen im Endstadium wird sie dialysepflichtig. Jane Oswald: »Beiden bleibt nur die Hoffnung, durch eine Organtransplantation eines Tages ein annähernd normales Leben führen zu können.«

»Leser ein kleines
bisschen sensibilisieren«


In ihrer Geschichte behandelt die Autorin verschiedene Fragen rund um das schwierige Thema: Wie schafft man es, mit einer lebensbedrohenden Krankheit umzugehen? Welche Gedanken macht sich ein potenzieller Organempfänger über die Transplantation? Wie argumentieren Menschen, wenn sie sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen? Wie ein roter Faden zieht sich ein weiteres Thema durch den Roman: die Liebe. »Ich schildere eine Liebesbeziehung der etwas anderen Art«, verrät Oswald. Der Leser erfahre von »vielen Facetten der Liebe und Freundschaft, die in zwischenmenschlichen Beziehungen möglich sind«.

Ideen für
weiteren Roman


Wie sie angibt, möchte die Autorin mit ihrem Roman Menschen dazu bewegen, über Organspende zu sprechen. Was sie nicht will, ist, eine bestimmte Haltung zu propagieren, sagt sie. Jeder müsse für sich allein entscheiden, wie er zu bestimmten Punkten stehe. Jane Oswald geht es darum, dass eine Auseinandersetzung stattfindet. »Vielleicht schaffe ich es, den Leser ein kleines bisschen für das Thema zu sensibilisieren.«

Ihre eigene Krankheitsgeschichte macht der Autorin nach wie vor zu schaffen. Bereits vor zwei Jahren hatte sie gehofft, auf die Organspende-Liste zu kommen. »Ich hätte mir gewünscht, ein ganz normales Leben führen zu können«, sagt sie. Aufgrund der Recherche für ihr Buch wisse sie nun aber auch, dass das Leben mit einem neuen Herzen nicht so einfach sein wird wie angenommen. »Ich habe mich darum entschieden, mit meinem jetzigen Leben glücklich zu sein, und hoffe, dass es noch ganz lange dauern wird, bis ich ein neues Herz benötige.«

Derweil arbeitet Jane Oswald an Ideen für ein weiteres Buch. »Erste kleine Entwürfe gibt es schon«, verrät sie. Krank­heiten sollen diesmal nicht thematisiert werden. »Ich möchte wieder etwas Fröhliches schreiben.«

 

ZUR PERSON

Jane Oswald wurde 1973 in Düsseldorf geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie Germanistik und evangelische Theologie. Bis vor fünf Jahren arbeitete sie bei einem international tätigen Dienstleistungsunternehmen, dann musste sie krankheitsbedingt in Frührente gehen.

 

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Kommentar von Stauff Ute
Bin selber betroffen und warte auf einen passenden Nierenspender. Werde mir das Buch kaufen, da es interessant klingt. Wichtig ist einfach, dass in Deutschland die Bereitschaft zur Organspende viel größer sein müsste, um vielen eine Chance auf ein einigermaßen unabhängiges Leben zu ermöglichen.