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Im Dialog für eine lebenswerte Paulsmühle

Bürgerinitiative setzt sich für eine Verbesserung der Verkehrssituation und ein attraktives Umfeld ein

Benrath. (IT). Es ist laut an der Ecke Telleringstraße/ Paulsmühle. Trotz Ferienzeit strapazieren die zahlreichen PKW an der Kreuzung nach kurzer Zeit die Nerven.

Schon heute knubbeln sich die Autos. An die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h hält sich innerhalb einer Stunde immer nur einer von fünf Fahrzeugführern. Nebenan wird am Albrecht-Dürer-Kolleg und mehreren hundert Wohneinheiten gebaut (WochenPost berichtete). Sobald die Mammutprojekte beendet sind, werden schätzungsweise weit über 1.000 Autos mehr die Paulsmühle täglich befahren.

Bad Paulsmühle

Dort treffen wir Andreas Vogt, Elke Nowak, Hermann Schüller und Marcel Gerblich von der Bürgerinitiative »Lebenswerte Paulsmühle«, die sich zusammengefunden hat, damit das urige Viertel auch lebenswert bleibt. Im Gepäck haben sie ein großes Ortseingangsschild, auf dem »Bad Paulsmühle« zu lesen ist. Bis das Viertel zur Wellness-Oase wird, könnte zwar noch ein wenig Zeit vergehen, aber die Aussage ist klar: »Wir möchten, dass sich der Verkehr in Grenzen hält und das Viertel durch die Ansiedlung von Gastronomie und kleineren Fachgeschäften attraktiviert wird. Auch für die neuen Bewohner und Schüler. Grundsätzlich geht es uns um noch mehr Lebensqualität in der Paulsmühle«, sagt Andreas Vogt, der erst kürzlich in das Viertel gezogen ist und sich schon in seinen Charme verliebt hat: »Es ist noch so eine kleine Oase der Glückseligkeit. Wir wohnen nah am Wald, haben aber gleichzeitig die Anbindung ans Benrather Dorf, den Bahnhof oder die Eishalle. Die Mischung ist wunderbar. Und auch die alten Straßen des Viertels wissen zu begeistern. Daher wäre es schade, wenn die Politik uns weiterhin als Schlafstadt behandeln würde«, so Vogt über den Ort, an dem einst Max Schmeling für die Weltkarriere probte.

Dauerhafte Belastung

Eins der Probleme, die auf die Paulsmühlen-Bewohner zukommen, ist neben der Dauerbeschallung durch die benachbarte A59 die steigende innerörtliche Verkehrsbelastung nach Fertigstellung der Bauprojekte. »Wenn man bedenkt, dass 900 neue Wohneinheiten entstehen, aber weder die Straßenführung noch die Parkplatzsituation sich ändern, dann ist das schon beängstigend. Anwohner, Schule, Bürgerhaus und andere Institutionen müssen mit Parkplätzen versorgt werden. Das kann man nicht ausblenden. Wir brauchen zudem dringend eine Umgehungsstraße entlang der Bahnstraße mit direkter Verbindung zur Forststraße«, so Elke Nowak.

Dass es für Letztere politisch nicht gut aussieht, wissen die Mitglieder von »Lebenswerte Paulsmühle«, die als Nachfolgerin der Initiative »Lärmschutz Paulsmühle« auftritt. „Deshalb wollen wir uns auch lautstark positionieren und suchen Gespräche mit dem Amt für Verkehrsmanagement, IDR und der Bezirksvertretung. Die Politik muss aufwachen, bevor wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden«, sagt Hermann Schüller. Und Marcel Gerblich ergänzt: »Wir könnten uns auch vorstellen, dass das Viertel nur von Anliegern befahren werden darf. All das sind Lösungsvorschläge, die wir gerne mit den Nachbarn und der Verwaltung diskutieren würden.«

Dialog ist den Paulsmühlern also wichtig. Denn die Initiative will eine nachhaltige Aufwertung des Viertels erreichen. »Dieser schöne und geschichtsträchtige Ort ist ein wirklicher Glücksfall für die Stadt. Das sollten einige Leute auch endlich mal verstehen«, sagt Vogt und ruft Anwohner auf, sich der Bürgerinitiative anzuschließen.

Erreichbar ist man über die Facebook-Seite www.facebook.com/Benrath2017 oder direkt über die Mitglieder Andreas Vogt (Tel. 0172-8922414) oder Elke Nowak (Tel. 0157-75272191).

Für November ist ein großer Infoabend für alle Anwohner der Paulsmühle geplant.

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