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TuSA nimmt das Heft in die Hand

Nach Rückzieher des Sportbeirats plant man ein Leistungszentrum für Fußballerinnen

Düsseldorf. (IT). Viel wurde in den letzten Wochen über die Förderung des leistungsorientierten Mädchen- und Frauenfußballs in Düsseldorf spekuliert. Fortuna Düsseldorf sollte sich als Gegenleistung für die städtischen Zuschüsse zum Bau des Nachwuchsleistungszentrums engagieren, will aber keine eigenen Mannschaften gründen.

An einem Fachgespräch im Rathaus Ende Februar beteiligten sich 18 Vereine, Fortuna, Vertreter aus Politik und Verwaltung. Ergebnis: Ein Verein sollte als »Lokomotive« die Führungsrolle übernehmen, mit Fördermitteln ausgestattet werden und das Projekt gemeinsam mit der Stadt und Fortuna Düsseldorf koordinieren. Zur Auswahl standen TSV Urdenbach, CfR Links und DJK TuSA 06. Alle drei Vereine reichten Bewerbungen ein, über die der Sportbeirat am 13. April in einer Sondersitzung entscheiden sollte. 

Sportbeirat änderte plötzlich die Marschrichtung

Doch plötzlich änderten die Mitglieder die Marschrichtung und entschieden, nicht abzustimmen. Keiner der drei Vereine erhält die städtischen Fördermittel. Ein Schlag ins Gesicht. Nicht nur für die Vereine, sondern vor allem für die talentierten Spielerinnen, die seit Jahren zu den Proficlubs in Essen, Mönchengladbach, Duisburg oder Leverkusen abwandern, weil die Sportstadt Düsseldorf ihnen keine Perspektive bietet. Das findet zumindest Ute Groth, 1. Vorsitzende von TuSA 06. Von ihr wollten wir erfahren, wie die Kehrtwende der Politiker wohl zu erklären ist. »Da scheint es eine Unentschlossenheit bei den Verantwortlichen für Fördermittel zu geben, oder soll doch noch Fortuna in eine Rolle gedrängt werden, die man dort nicht annehmen möchte? Keine Ahnung«, sagt sie resigniert. Drei Vereine haben sich um die Führungsrolle beworben. Ist es möglich, dass man im Beirat niemanden bevorzugen wollte, um die anderen Bewerber nicht zu verprellen? Groth: »Unser Konzept war gut, ich denke, die der beiden anderen Vereine, auch mit langer Erfahrung in dem Bereich, waren es auch. Dass ein Verein die Führungsrolle bekleidet, heißt ja nicht, dass die anderen davon nicht profitieren. Damit ist doch erst einmal ein Ansprechpartner für den Aufbau von Strukturen benannt, ein Ansprechpartner für die geforderte Zusammenarbeit von Fortuna mit den Vereinen.« 

Wie wird  künftig die Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs in Düsseldorf organisiert? Groth: »Das ist eine gute Frage. Sollen immer alle 18 Vereine die aktiv sind, gemeinsam überlegen wie man Verbesserungen erreicht, oder gibt es ein Konzeptpapier der Stadt?  Wer fordert die erwarteten Leistungen bei Fortuna ein? Für mich ist diese Entscheidung ein Stillstand in der Entwicklung und keineswegs die geforderte schrittweise Lösung.« 

TuSA macht es jetzt alleine

Daher will man bei TuSA das Heft nun selber in die Hand nehmen. In einem am Wochenende veröffentlichten Statement verkündet die TuSA-Vorsitzende, ein Leistungszentrum für den Mädchen- und Frauenfußball etablieren zu wollen: »Wir werden daher, auch ohne Votum, die Sportart ohne Zeitverzögerung Schritt für Schritt, in dem uns möglichen Tempo, weiterentwickeln, damit Düsseldorf endlich ein anerkannter Leistungsstandort in Sachen Frauenfußball wird.

Ab sofort laden wir interessierte Spielerinnen aller Altersklassen, engagierte Eltern, Übungsleiter/innnen und Freunde, Förderer und Sponsoren ein, sich an diesem spannenden Projekt zu beteiligen.«

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