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Düsseldorf will die EM holen

Bewerbungsunterlagen wurden bereits beim DFB eingereicht: Aber vier NRW-Stadien konkurrieren mit der Esprit-Arena

Düsseldorf. (it). Nach der Tour ist vor der EM. Die Landeshauptstadt will einer von zehn Austragungsorten der Fußballeuropameisterschaft 2024 werden und hat fristgerecht die Bewerbungsunterlagen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht.

Darüber informierten Oberbürgermeister Thomas Geisel, Stadtdirektor Burkhard Hintzsche, Frank Schrader (Geschäftsführer Düsseldorf Marketing und Düsseldorf Tourismus), Robert Schäfer (Vorstandsvorsitzender Fortuna Düsseldorf) und DCSE-Geschäftsführer Martin Ammermann bei einem gemeinsamen Termin.

»Breite Zustimmung in der Bevölkerung«

88 Prozent der Bevölkerung in der Region unterstützten die Bewerbung für die EURO 2024. Das habe eine »eine repräsentative Umfrage« von Nielsen Sports im Auftrag von DCSE in der Region Düsseldorf, im Kreis Mettmann und im Rhein-Kreis Neuss ergeben. In der Altersgruppe 30-49 Jahre seien es sogar 92 Prozent.

Düsseldorf als möglicher Austragungsort der Fußball-EM – das wäre nach OB Thomas Geisel das nächste Highlight für die »Sportstadt Düsseldorf«: »Wir haben mit der Tischtennis-Weltmeisterschaft, der Triathlon-EM und dem Grand Départ der Tour de France in den vergangenen Wochen gezeigt, dass wir sportliche Events auf internationalem Top-Niveau ausrichten können«, so Geisel. »Die Sportbegeisterung in der Stadt ist riesig. Das unterstreicht auch die Studie, die Nielsen Sports zur Unterstützung der Bewerbung erstellt hat.«

Dabei lägen die Umfrageergebnisse in der Region Düsseldorf deutlich höher als der allgemeine Bundestrend. Das gelte für die Begeisterung für Fußball (Region Düsseldorf: 70 Prozent, bundesweit 66 Prozent) wie auch für die Begeisterung für die Europameisterschaft selbst (Region Düsseldorf 80 Prozent, bundesweit 63 Prozent). 

Das Problem der Konkurrenz

Das sei  kein Wunder: In der Region Düsseldorf zeige man sich überhaupt als Sportstadt: 69 Prozent hätten Interesse an Sport, bundesweit gelte das dagegen nur für 60 Prozent. Natürlich können solche PR-Zahlenspielchen niemandem vormachen, dass Düsseldorf sportaffiner ist als andere Großstädte. Zudem verfügen die direkten Konkurrenten in NRW (Dortmund, Gelsenkirchen, Köln, Mönchengladbach) über erfolgreiche Bundesligaclubs, während die Düsseldorfer Fortuna in der abgelaufenen Saison in die Drittklassigkeit hätte abrutschen können. Sicher - das ist nur eine Momentaufnahme. Aber Fakt ist: In den vergangenen 20 Jahren spielte der erste Düsseldorfer Fußballverein insgesamt gerade mal zwei Jahre in der Bundesliga. Dafür aber ein Jahr in der dritten Liga, sieben Jahre in der Regional- und für zwei Saisons sogar in der Oberliga - also zusammengerechnet mehr Spielzeiten als man im selben Zeitraum in der zweiten Liga verbrachte. 

Investitionen in die Infrastruktur

Und dennoch: Fortuna-Boss Robert Schäfer ist optimistisch und teilt die Begeisterung für die EM-Bewerbung Düsseldorfs: »Es wäre toll für den deutschen Fußball, wenn die UEFA Euro 2024 hier in Deutschland ausgetragen würde. Der Spielort Düsseldorf wäre auch für die Fortuna eine klasse Sache«, und ergänzt: »Neben mehreren Fußballfesten in der eigenen Heimat erhoffen wir uns im Vorfeld der EM einige Investitionen in die Infrastruktur, von denen auch die Fortuna langfristig profitieren würde.« Natürlich spielt das Thema Infrastruktur eine gewichtige Rolle. Düsseldorf ist mit dem Flughafen, dem guten ÖPNV-Netz und der attraktiven Altstadt geradezu ideal für ein solches Event ausgestattet.

Auch prominente Vertreter aus Sport und Kultur geben der Düsseldorfer Bewerbung daher Rückenwind. Rudi Völler, Klaus Allofs, Sönke Wortmann und Dieter Nuhr haben sich für Düsseldorf als Spielort der EURO 2024 ausgesprochen. Fortuna Düsseldorf-Legenden wie Hans-Georg Noack, Egon Köhnen, Dieter Bierbaum und Benno Beiroth sind ebenso unter den Unterstützern der Bewerbung wie der Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses Wilfried Schulz.

Wieder ein teurer Spaß

Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Denn die Düsseldorfer Arena müsste für die möglichen fünf Spiele, die 2024 ausgerichtet werden könnten, den Presse- und VIP-Bereich für mehr als 3 Millionen Euro erweitern, die über den Haushalt zur Verfügung gestellt würden. 

Die Mehreinnahmen durch Touristen während der Austragung würden hohen Kosten gegenüberstehen, die das Sicherheitskonzept mit sich bringen würde - vor allem, wenn die Landeshauptstadt Austragungsort eines Risikospiels wäre.  Nach Abschluss des nationalen Bewerbungsverfahrens am 15. September 2017 gibt der DFB die möglichen deutschen Austragungsorte bekannt. Die UEFA legt dann im September 2018 das Ausrichterland der Euro 2024 fest. Einziger Mitbewerber ist die Türkei.

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