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»Die Polizei muss öfter hinschauen«

Norbert Czerwinski will nicht nur das Falschparken auf Radwegen verhindern

Düsseldorf. (IT). Hat die Tour de France Spuren im kollektiven Bewusstsein der Düsseldorfer Radfreunde hinterlassen? Und was muss geschehen, damit die Stadt endlich fahrradfreundlich wird? Ein Gespräch mit Verkehrsexperte Norbert Czerwinski (Die Grünen) geht diesen und anderen Fragen auf den Grund.

Herr Czerwinski, von den Grünen stammt der Slogan »Mehr Weg fürs Rad«. Was muss im Düsseldorfer Süden in Sachen Radwegoptimierung in 2018 passieren?

Wir haben eine Fachgruppe Radverkehr, die kurz vor Weihnachten noch einmal tagte und die wichtigsten Schritte zu diesem Thema plant. 

Bei der Umsetzung bin ich allerdings unzufrieden mit dem Tempo. Es gibt beispielsweise den Radschnellweg, der vom Land gefördert wird und von Langenfeld nach Neuss führen soll. Dabei passiert er unter anderem Benrath und Holthausen. An mehreren Stellen gibt es immer noch Lücken oder gefährliche Kurven. 

Im letzten Frühjahr wurde das Projekt vorgestellt und seitdem ist nichts mehr geschehen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Geld, das dafür im Landeshaushalt eingestellt wurde, überhaupt ausreicht.

Hat sich die Tour de France positiv auf das Düsseldorfer Radwegenetz ausgewirkt?

Auf das Radwegenetz hatte die Tour keinen Einfluss. Aber die Stimmung pro Radverkehr hat sich schon positiv entwickelt. Ich würde mir wünschen, dass die Veranstaltung dem Radfahrer-Image nachhaltig hilft. Vielleicht könnte man den Effekt durch die Veranstaltung von Jedermanns-Rennen noch verstärken. 

Trotz unserer Nähe zu den Niederlanden, wo sich die Radwege beinahe flächendeckend in einem hervorragenden Zustand befinden, schauen wir uns nur wenig ab. 

Unsere Radwege sind hingegen oft brüchig, zugeparkt und nicht selten zu schmal. Fehlt den Radfahrern die Lobby?

Wir haben in Deutschland leider sehr niedrige Ordnungsgelder. Deshalb werden Falschparker nicht so sehr abgeschreckt wie das eigentlich der Fall sein sollte. Die Polizei ist daher angehalten, öfter hinzuschauen und auch mal abzuschleppen. Da passiert einfach noch zu wenig. 

Was die Instandhaltung der Radwege angeht, so sind Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, der Verwaltung zu melden, wenn Mängel auftreten. In der Regel wird hier gut und schnell reagiert.  


Was haben die ADFC-Sternfahrten bislang bewirkt?

Man merkt, dass die Präsenz tausender Bürger bei diesen Fahrten auch politisch Wirkung erzielt. Radfahren verankert sich hierdurch einfach stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein. Und grundsätzlich gilt natürlich: Mit dem Rad durch den Rheinufertunnel zu fahren, ist einfach das Größte. 

Was brauchen die Düsseldorfer Radfahrer 2018 am dringendsten?

Die große Achse von der Stresemannstraße bis zum Wehrhahn sollte fertiggestellt werden. Hier langfristig eine sichere Radwegeführung hinzubekommen, wäre schon großartig. 

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