Beherzte Verfolgung bringt große Auszeichnung

Solingen. Ihr mutiges Einschreiten in einer kritischen Situation hat der in Solingen lebenden Senegalesin Awa Gueye den »Silbernen Schuh« des Jahres 2016 eingebracht. Solingens Auszeichnung für herausragende Zivilcourage, mutiges Austreten im Alltag und herausragendes und dauerhaftes Engagement wurde ihr am Sonntag der vergangenen Woche übergeben. Dieb stahl teures E-Bike Die Preisverleihung fand am Sonntag im Anschluss an die Feierlichkeiten zum 23. Jahrestag des Solinger Brandanschlages statt. Die Gelegenheit für Mitmenschen einzustehen und sich so besonders auszuzeichnen, bekam Awa Gueye vor mehr als zwei Monaten eher zufällig. Die 25-jährige Senegalesin studiert in Deutschland Jura. Um ihr Studium zu finanzieren jobbt sie als Kellnerin in der Gaststätte »Wirtshaus«, die sich an der Mummstraße befindet. Hier war sie auch am Ostersonntag, den 27. März diesen Jahres tätig. An diesem Tag wurde die junge Frau Zeugin, wie das von einem Gast geparkte E-Bike vor der Gaststube gestohlen wurde. Mehr als einen Kilometer folgte die Studentin dem Fahrraddieb im Laufschritt durch die Solinger Innenstadt. Angesichts seiner ausdauernden Verfolgerin ließ der Dieb seine 2.500 Euro teure Beute schließlich zurück und flüchtete. »Den Preis zu erhalten, ist eine große Ehre und Freude für mich. Ich bin ein Mensch, der Ungerechtigkeit nicht mag. Es war ein Reflex, dass ich einfach hinter dem Dieb hergelaufen bin«, so die Preisträgerin. Auch Flüchtlingshelfer sollen gewürdigt werden Ursprünglich kam Awa Gueye als Au-Pair-Mädchen bereits vor zwei Jahren Deutschland. In Vorbereitung auf ihr Studium hat sie seitdem mehrere Deutsch-Prüfungen am Goethe-Institut abgelegt. In ihrem Jura-Studium will sich Awa Gueye auf internationales Recht spezialisieren, um so später auch ihrem Heimatland Senegal etwas zurückgeben zu können. »Sie ist ein sehr gutes Beispiel für Zivilcourage. Darüber hinaus zeigt sich an ihr, dass man durch Bildung etwas in Deutschland erreichen kann, auch wenn man hier nicht geboren ist«, so Oberbürgermeister Tim Kurzbach am Dienstag letzter Woche über die Preisträgerin. Von der Möglichkeit, einen Flüchtlingshelfer oder eine in der Flüchtlingshilfe tätige Organisation auszuzeichnen, hat das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage in diesem Jahr abgesehen. Dennoch will sich Oberbürgermeister Kurzbach im Juni bei einem Empfang im Rathaus auch bei den Solinger Flüchtlingshelfern für ihr beispielhaftes Engagement bedanken. »Auch diese Menschen hätten es verdient, die Auszeichnung zu erhalten. Der Stadt sind allein mehrere hundert Leute bekannt, die in Solingen in der Flüchtlingshilfe aktiv sind«, so der OB. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre war unter anderem Solingens ehemalige Bürgermeisterin Erika Rothstein, die 2015 für ihre Leistungen im interkulturellen Zusammenleben in der Stadt ausgezeichnet wurde. »Eingreifen statt wegzuschauen ist etwas, dass ich mir von allen Solingern wünsche. Egal ob es um das persönliche Gut oder die körperliche Unversehrtheit der Mitmenschen geht«, so Oberbürgermeister Kurzbach über die Preisverleihung. Ihr mutiges Einschreiten in einer kritischen Situation hat der in Solingen lebenden Senegalesin Awa Gueye den »Silbernen Schuh« des Jahres 2016 eingebracht. Solingens Auszeichnung für herausragende Zivilcourage, mutiges Austreten im Alltag und…

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